Versicherungsfall(e): Achtung, Schlüsselübergabe!

Egal ob Handel, Reparatur oder Restaurierung: Risiken lauern überall für Kfz-Betriebe – Beispiel 5

| Autor: Steffen Dominsky

In Sachen Oldtimer korrekt versichert? Die Experten von Belmot/Mannheimer zeigen anhand praktischer Beispiele, was passiert, wenn nicht.
In Sachen Oldtimer korrekt versichert? Die Experten von Belmot/Mannheimer zeigen anhand praktischer Beispiele, was passiert, wenn nicht. (Bild: Belmot)

Eine Werkstatt, selbst wenn sie nur sporadisch einen Oldtimer auf dem Hof hat, kann im Fall der Fälle finanziell schnell alt aussehen. Nämlich dann, wenn etwas mit dem Schmuckstück des Kunden passiert. Sei es, dass es gestohlen oder beim Transport, der Reparatur oder der Restaurierung beschädigt wird. Selbst wenn einzelne Komponenten nicht mehr aufzufinden sind oder im Zuge einer Instandsetzung beschädigt oder gar zerstört werden, kann das einen Kfz-Betrieb gewaltig in die Bredouille bringen, wenn er auf die falsche Versicherungspolice vertraut.

Vor diesem Hintergrund sollte jeder Kfz-Betrieb prüfen und hinterfragen, ob er in Sachen Classic Business, dem Geschäft mit und rund um Oldtimer, richtig versichert ist. Das gilt übrigens auch für Handwerksbetriebe wie Sattler, die als Dienstleister für Werkstätten arbeiten. Im Folgenden ein praktisches Beispiel aus der Rubrik „Abgestellt und plötzlich weg“.

Herr Müller vereinbart mit einem großen Autohaus einen Inspektionstermin für seinen Oldtimer. Er macht aus, das Fahrzeug am vereinbarten Tag morgens um 8:00 Uhr vorbeizubringen. Aufgrund eines kurzfristigen Geschäftstermins, den Herr Müller auswärts wahrnehmen muss, bringt er seinen Mercedes 280 SL („Pagode“) bereits am Vorabend zu dem Autohaus und stellt ihn dort auf den Werkstattparkplatz ab. Den Schlüssel wirft der Oldieeigner anschließend in den sogenannten Schlüsseltresor.

Am nächsten Morgen erhält Herr Müller einen Anruf, ob er denn seinen Inspektionstermin vergessen habe, der Mechaniker würde nun gerne mit den Arbeiten an seiner Pagode beginnen. Herr Müller ist fassungslos – und nicht nur er. Was war geschehen? Noch in derselben Nacht haben Diebe die Pagode im Wert von 145.000 Euro vom Parkplatz des Autohauses gestohlen.

Ralf Stumpfernagel von Belmot (Mannheimer Versicherung) berät im Bereich Classic Business auch Kfz-Unternehmen: „Vielfach setzen sie sich in Sachen Young- und Oldtimer unwissentlich hohen Risiken aus“, warnt der Versicherungsfachmann.
Ralf Stumpfernagel von Belmot (Mannheimer Versicherung) berät im Bereich Classic Business auch Kfz-Unternehmen: „Vielfach setzen sie sich in Sachen Young- und Oldtimer unwissentlich hohen Risiken aus“, warnt der Versicherungsfachmann. (Bild: Belmot)

„Das ist schlecht für das Autohaus“, kommentiert Ralf Stumpfernagel, Markenmanager von Belmot, der Oldtimerversicherung der Mannheimer Versicherung AG, den Fall. Da keine verbindliche Uhrzeit zur Verbringung des Fahrzeugs vereinbart war, jedoch ein Inspektionstermin, beginnt die Obhut des Autohauses juristisch gesehen bei der Schlüsselübergabe. Und die ist der Zeitpunkt des Einwurfs in den Schlüsseltresor.

„So kann es passieren, dass die Haftung für den Diebstahl der Pagode vollständig vom Autohaus zu tragen ist, selbst wenn in dessen Versicherungsvertrag die Haftung für hochwertige Fahrzeuge (über 100.000 Euro), die nicht in verschlossenen Hallen untergebracht sind, gänzlich ausgeschlossen ist“, so Stumpfernagel. Sein Tipp für Kfz-Betriebe: „Prüfen Sie die Deckungssumme und Bedingungen, die Ihre Assekuranz im Fall von hochwertigen Fahrzeugen vorgibt. Auch eine persönliche Schlüsselübergabe ist, wie das Beispiel zeigt, einem Schlüsseleinwurf vorzuziehen. „Und prüfen Sie zudem, ob der Schlüsseltresor mitversichert ist.“

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