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Versicherungsfall(e): Schaden beim Subunternehmer

| Autor: Steffen Dominsky

Oldtimer sind Emotion und Leidenschaft. Doch die Beschäftigung mit ihnen kann im Schadenfall für einen Kfz-Betrieb schnell Leiden schaffen, wenn der Versicherungsschutz nicht passt. Was schieflaufen kann, zeigen Praxisbeispiele des Oldtimerversicherers Belmot.

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In Sachen Oldtimer korrekt versichert? Die Experten von Belmot/Mannheimer zeigen anhand praktischer Beispiele, was passiert, wenn nicht.
In Sachen Oldtimer korrekt versichert? Die Experten von Belmot/Mannheimer zeigen anhand praktischer Beispiele, was passiert, wenn nicht.
(Bild: Belmot)

Eine Werkstatt, selbst wenn sie nur sporadisch einen Oldtimer auf dem Hof hat, kann im Fall der Fälle finanziell schnell alt aussehen. Nämlich dann, wenn etwas mit dem Schmuckstück des Kunden passiert. Sei es, dass es gestohlen oder beim Transport, der Reparatur oder der Restaurierung beschädigt wird. Selbst wenn einzelne Komponenten nicht mehr aufzufinden sind oder im Zuge einer Instandsetzung beschädigt oder gar zerstört werden, kann das einen Kfz-Betrieb gewaltig in die Bredouille bringen, wenn er auf die falsche Versicherungspolice vertraut.

Vor diesem Hintergrund sollte jeder Kfz-Betrieb prüfen und hinterfragen, ob er in Sachen Classic Business, dem Geschäft mit und rund um Oldtimer, richtig versichert ist. Das gilt übrigens auch für Handwerksbetriebe wie Sattler, die als Dienstleister für Werkstätten arbeiten. Im Folgenden ein praktisches Beispiel aus der Rubrik „Abgestellt und plötzlich weg“.

Bereits seit Jahrzehnten restauriert Herr Franzen hochwertige Bugattis. Er bzw. seine Arbeit ist quasi weltberühmt. Herr Franzen arbeitet ausschließlich auf Basis eines Werkvertrags und dokumentiert seine Dienstleistung gewissenhaft. Seit vielen Jahren vergibt er im Zuge einer Restaurierung die Erneuerung von Sitzbezügen, Verdecken etc. an den Sattler May. Das aktuelle Meisterwerk, das mithilfe seiner Arbeit fertiggestellt werden soll, ist ein Bugatti 57 Atalante im Wert von circa 2,5 Millionen Euro.

Der teure Bugatti steht gerade in Mays Betriebs, da führt eine nicht ausgeschaltete Heißklebepistole zu einem veritablen Brand, bei dem die gesamte Halle des Sattlers bis auf die Grundmauern abbrennt. Herr May besitzt lediglich eine Betriebshaftpflichtversicherung. Mit anderen Worten: Diese deckt nicht den Schaden an Fahrzeugen ab, schon gar nicht in dieser Höhe. Der Bugatti-Eigentümer, der den Werkvertrag mit Herrn Franzen abgeschlossen hat, besteht nun darauf, die 2,5 Millionen Euro als Schadenersatz von Herrn Franzen zu erhalten, da er selbst als Eigentümer keinen geschäftlichen Bezug zu dem Sattler hat. Die Sache landet vor Gericht, der Ausgang ist ungewiss.

Ralf Stumpfernagel von Belmot (Mannheimer Versicherung) berät im Bereich Classic Business auch Kfz-Unternehmen: „Vielfach setzen sie sich in Sachen Young- und Oldtimer unwissentlich hohen Risiken aus“, warnt der Versicherungsfachmann.
Ralf Stumpfernagel von Belmot (Mannheimer Versicherung) berät im Bereich Classic Business auch Kfz-Unternehmen: „Vielfach setzen sie sich in Sachen Young- und Oldtimer unwissentlich hohen Risiken aus“, warnt der Versicherungsfachmann.
(Bild: Belmot)

„Klären Sie daher mit Ihren Subunternehmern oder Partnern stets vorab, mit welchen Versicherungssummen dort Fahrzeuge abgesichert sind bzw. welche Versicherungen für den Betrieb abgeschlossen sind. Weisen Sie Ihre Partner darauf hin, dass zu niedrige Versicherungssummen dazu führen können, dass die Betriebe schadenersatzpflichtig sind. Bei Nichtbestehen von Versicherungsschutz kann dies die Existenz der Betriebe gefährden. Nach konventioneller Rechtsprechung ist das immer derjenige, der zum Schadenzeitpunkt das Fahrzeug physisch in Obhut hatte“, kommentiert Ralf Stumpfernagel, Markenmanager von Belmot, der Oldtimerversicherung der Mannheimer Versicherung AG, den Fall.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group