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Vetterl: Politik muss auch das Kfz-Gewerbe im Blick haben

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Doris Pfaff

Die aktuelle Situation in Bayern sei ein Armutszeugnis. Aus seinem Ärger über die momentane Situation bei der Fahrzeugzulassung machte Kfz-Landespräsident Albert Vetterl bei der Innungsversammlung Niederbayern keinen Hehl. Unter den Zuhörern war auch Hubert Aiwanger als stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister.

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Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern, sprach zur Innungsversammlung in Niederbayern.
Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern, sprach zur Innungsversammlung in Niederbayern.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Wie sollten die Rahmenbedingungen für das Kfz-Gewerbe durch die Politik aussehen? Auf der Versammlung der Innung Niederbayern in Essenbach hatte Albert Vetterl, Präsident des bayerischen Kfz-Gewerbes, dazu klare Vorstellungen und machte sie gegenüber dem Gastredner Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident des Freistaats Bayern und Wirtschaftsminister in der Staatsregierung, deutlich.

Die Anmeldung für ein Kraftfahrzeug müsse online möglich sein, forderte Vetterl. Dass die Zulassungsstellen noch immer nicht in den Normalbetrieb zurückgekehrt seien, sei noch ein ganz anderes Thema. Man brauche Geduld und einen langen Atem, wenn man ein Fahrzeug in Bayern anmelden wolle. „Ein Armutszeugnis für Bayern“, nannte Vetterl die Situation.

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Die Politik dürfe nicht nur auf die Industrie schauen, wenn es darum gehe, Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen. Ohne das Kfz-Gewerbe gäbe es keine Mobilität, mahnte Vetterl. Erneute Diskussionen um eine Kaufprämie und eine mögliche Citymaut seien Gift für Werkstätten und Handel. Wenn aber eine Prämie komme, müsse diese unabhängig von der Antriebsart gelten. Auch die gesetzlich auferlegte Doppelprüfung (Eichung und Kalibrierung) von Prüfgeräten sorge in den Werkstätten für Unmut, so Vetterl.

Aiwanger: „Bayern steht zum Auto“

„Bayern steht zum Auto!“, konterte Aiwanger. Er habe sich stark dafür eingesetzt, dass die internationale Automobilausstellung nach Bayern komme. Er teile zudem die Auffassung, dass eine Kaufprämie auch für saubere Verbrenner gelten sollte. Es sei wichtig, die Industrie zu unterstützen, denn eine Vollbeschäftigung in der Industrie sorge für zahlungskräftige Kunden auch beim Kfz-Gewerbe. Bis Ende 2021 erwarte Bayern wirtschaftlich auf dem gleichen Stand wie vor der Coronakrise zu sein. Beim Thema Doppelprüfung könne Bayern genau wie beim Thema Onlinezulassung nicht im Alleingang handeln. Hier sei der Bund gefordert, entsprechende Entwürfe lägen dem Bundesverkehrsminister vor.

Werkstätten und Handel erholen sich langsam

Die Situation der Innung beschrieb anschließend Vorstandsvorsitzender Michael Krammer. In Niederbayern seien die Betriebe bisher mit leichten Einbußen durch die Coronakrise gekommen. Im Servicegeschäft habe die Auslastung der Werkstätten, Stand Juli, bei 80 Prozent gelegen. Im Vorjahr lag sie bei 83 Prozent. Auch der Fahrzeughandel erhole sich langsam wieder, einzig die Zulassungsstellen bereiteten den Kfz-Betrieben mit ihren Öffnungszeiten Sorgen.

„Das niederbayerische Kfz-Gewerbe hat in der Krise zusammengehalten“, beschrieb Krammer die Situation in der Akutkrise. Tagesaktuell seien die Betriebe von der Innung über die Regelungen von Land und Kommune informiert worden. Das Weiterbildungsangebot der Innung sei ins Netz verlegt worden und werde gut angenommen. Bei den turnusmäßigen Wahlen wurde Michael Krammer als Vorsitzender zusammen mit dem Vorstand im Amt bestätigt.

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