April-Absatz Volkswagen-Verkäufe brechen weiter ein

Quelle: dpa

Rund 40 Prozent weniger Neuwagen bei VW und Audi im Vergleich zum Vorjahresmonat – das ist die niederschmetternde Absatzbilanz des größten europäischen Autobauers für den April. Auf der Konzernhauptversammlung hatte Vertriebschefin Wortmann zuvor weitere Preiserhöhungen angedeutet.

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(Bild: Audi)

Wolfsburg hat im vergangenen Monat bei den Auslieferungen einen weiteren schweren Einbruch erlebt. Weltweit lieferte der Hersteller nur 516.500 Einheiten aus – 37,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Dabei wog vor allem das Minus in China schwer, wo die Verkäufe um die Hälfte abrutschten. Den Konzern belastet derzeit weiter der Mangel an Elektronikchips, in China kommt die rigide Corona-Politik der Volksrepublik mit lokalen Lockdowns zusätzlich zum Tragen.

Aber auch in anderen wichtigen Märkten sackten die Auslieferungen empfindlich ab, in Westeuropa um knapp 29 Prozent, in Nordamerika um rund ein Viertel. Nach den ersten vier Monaten hat der Volkswagen-Konzern mit 2,41 Millionen Pkw, Lkw und Bussen 26 Prozent weniger Fahrzeuge an die Kunden übergeben als ein Jahr zuvor.

16 Prozent Minus bei Porsche

Insbesondere die Volumenfabrikate litten im April – auch bei Audi zeigte sich die Flaute deutlich. VW Pkw lieferte rund 40 Prozent weniger Fahrzeuge aus, bei Audi war es ein Rückgang auf gleichem Niveau. Bei der Renditeperle Porsche betrug das Minus 16 Prozent. Die Traton-Holding für schwere Nutzfahrzeuge verkaufte rund ein Fünftel weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat.

Wie auf der Hauptversammlung des Herstellers am Donnerstag deutlich wurde, bleibt die Lage für das größte deutsche Unternehmen riskant – dies betonten Vorstände und Aufseher bei dem aus Berlin übertragenen Online-Aktionärstreffen. Neben kritischen Fragen etwa zur Klimastrategie und Kontrolle interner Regeln, zum Rohstoffeinkauf und zur Beachtung von Menschenrechten ging es auch um den Blick voraus.

Weiterer Preisanstieg möglich

Die mit dem Ukraine-Konflikt verbundene Gefahr von noch teurerer Energie, größeren Zerstörungen und gekappten Lieferketten drohen die Kosten ebenso für Endkunden zu erhöhen. Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann sagte dazu: „Wir haben Preismaßnahmen in unterschiedlichen Märkten gestartet.“

Auf die Frage, ob die Volkswagen-Gruppe ihre gestiegenen Beschaffungskosten ab einem gewissen Niveau womöglich nicht mehr weitergeben könnte, meinte sie: „Es ist derzeit nicht auszuschließen, dass weitere Preisschritte nötig werden.“ In Deutschland seien die Lieferzeiten zudem gerade oft sehr lang. Ähnlich äußerte sich Finanzchef Arno Antlitz. Er wies darauf hin, dass es nötig sei, „eine wettbewerbsfähige Rendite zu bekommen“.

Diess ist zuversichtlich

Wegen der Probleme in der Chipversorgung verknappte sich die Menge der auslieferbaren Neufahrzeuge schon lange vor Kriegsbeginn Ende Februar. Viele Verbraucher wichen auf Gebrauchtwagen aus – was auf diesem Markt ebenfalls Preisschübe auslöste. Das Oberklasse-Geschäft läuft unterdessen auch im VW-Konzern gut, Halbleiterreserven leitete die Führung 2021 über weite Strecken überdies häufig in E-Autos um.

Im Fall ukrainischer Zulieferer geht es in erster Linie um fehlende Kabelbäume. „Wir gehen davon aus, dass sich die Versorgungssituation auch bei einem länger anhaltenden Krieg normalisieren wird“, sagte Konzernchef Herbert Diess.

Produktionsausfälle in Europa

Diess warnte unabhängig davon vor einer dauerhaften Abschottung der Russischen Föderation oder anderer Länder: „Der frühzeitige Abgesang auf das Modell ‚Wandel durch Handel‘ greift zu kurz. Blockbildung kann nicht unsere Antwort sein.“

Zu den Kabelbäumen, derentwegen mehrere VW-Werke nach Corona gleich in den nächsten Leerlauf fielen, meinte er: „Die Produktionsausfälle in Europa konnten wir weitgehend ausgleichen.“ Volkswagen erweiterte dafür unter anderem die Fertigung in Südamerika und China – das ist aber keine Langfrist-Lösung.

ID 2 wird für Europa entwickelt

Das Angebot an vollelektrischen Autos und die entsprechende Umrüstung weiterer Standorte wie Emden, Hannover oder Chattanooga (USA) will VW weiter ausbauen. Das verlaufe „nach Plan“, sagte Diess. Die Wagen könnten bald vergleichbar profitabel sein wie Verbrenner.

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