Suchen

Volvo-Händlerverband: Verfügbarkeit ist limitierender Faktor

| Autor: Julia Mauritz

Neue Geschäftsmodelle, lange Lieferzeiten, hohe Euro-5-Dieselbestände und magere Renditen trotz des Booms im Neuwagengeschäft: Verbandspräsident Dominik Weber schildert, welche Herausforderungen es zu meistern gilt.

Firmen zum Thema

Dominik Weber ist zuversichtlich, dass Volvo in diesem Jahr die 50.000 Neuzulassungen in Deutschland knackt.
Dominik Weber ist zuversichtlich, dass Volvo in diesem Jahr die 50.000 Neuzulassungen in Deutschland knackt.
(Bild: Autohaus Bauer)

Sie sind seit November 2018 Präsident des Volvo-Händlerverbands. Welche Projekte stehen auf der Verbandsagenda weit oben?

Es gibt zahlreiche Herstellerprojekte, die wir als Händlerverband intensiv begleiten, und die zum Teil sehr herausfordernd sind – wie das digitale Abomodell Care by Volvo, für das es einen Extra-Arbeitskreis im Verband gibt. Wir erleben im Handel aktuell einen Paradigmenwechsel: Es ist nichts mehr so, wie es war, und alles ist unglaublich schnelllebig. Ich glaube zwar nicht, dass sich alles ins Internet verlagern wird, gerade im Premiumbereich wird der Händler auch künftig der Ansprechpartner für den Kunden bleiben, aber es gibt viele Dinge, die es zu berücksichtigen gilt. Bei Volvo sind wir in der glücklichen Lage, die Veränderungen sehr partnerschaftlich mit dem Importeur anzugehen. Unsere Aufgabe als Händlerverband ist es, genau hinzuhören und die Positionen des Handels zu vertreten. Bei unseren Umsatzrenditen können wir es uns weder im Vertrieb noch im Service leisten, Geschäft zu verlieren. Wir müssen immer sinnvoll von neuen Geschäftsmodellen profitieren. Ein internes Projekt, mit dem wir uns aktuell intensiv beschäftigen, nennt sich Young Professionals: Wir wollen nachwachsende Führungspersönlichkeiten in den Händlerverband einbringen und so schrittweise einen Generationswechsel einleiten. Das Interesse der jungen Führungskräfte aus den Volvo-Händlerbetrieben ist erfreulich hoch: Im April gibt es ein Treffen, das den Startschuss für unser Vorhaben markiert.

Hat sich strukturell im Verband etwas verändert?

Anders als früher hängt jetzt nicht mehr jede Entscheidung beim ersten Vorstand. Wir haben drei Vorstandsmitglieder, die sich die Aufgaben teilen. Sie stimmen sich eng untereinander und mit den Arbeitskreissprechern ab. Mir war es wichtig, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen, sehr transparent zu agieren und sicherzustellen, dass der Verband mit einer Stimme spricht

Volvo will in diesem Jahr trotz des schwierigen Marktumfelds im Premiumsegment die 50.000 Neuzulassungen knacken. Wie schätzen Sie die Vertriebsaussichten ein?

Unsere Marke ist momentan mit einem so guten Leumund belegt und so präsent, wie sie noch nie zuvor war. Die neuen Modelle sind optisch und technisch top und sie erfreuen sich einer hohen Begehrlichkeit. Dazu kommt, dass Volvo eine durch und durch schlüssige Marketingstrategie fährt– vom kleinsten Give-Away über die Prospekte bis zu den Marketingkampagnen geht der Hersteller einen kongruenten, glaubhaften Weg. Noch nie zuvor hatten wir in den Betrieben so viel Traffic und so viele Neukunden, insofern bin ich optimistisch, dass wir 2019 die Verkaufsziele schaffen werden. Der einzige limitierende Faktor ist die Verfügbarkeit. So sind die Plug-in-Hybridmodelle schon seit Wochen ausverkauft, und es ist nicht klar, wann sie wieder lieferbar sein werden. Sprich: Diese Kaufinteressenten können wir aktuell nicht bedienen. Auch die Lieferzeiten für den Volumenbringer XC40 sind lang: Wer im Februar einen XC40 bestellt hat, bekommt ihn im August.

Care by Volvo ist offiziell im Herbst 2018 live gegangen. In diesem Jahr rechnet Volvo mit rund 2.500 digitalen Abos. Sind schon Auswirkungen auf das klassische Händlergeschäft spürbar?

Das können wir aktuell aufgrund fehlender Erfahrungen noch nicht richtig sagen. Grundsätzlich ist daran nichts auszusetzen, sofern wir als Händler vernünftig daran partizipieren. Damit das auch künftig so bleibt, werden wir intensiv beobachten, wie sich Care by Volvo weiterentwickelt, speziell im Hinblick auf die Ertragssituation im Handel. Was wir als Volvo-Händler festgestellt haben ist, dass die Care-by-Volvo-Kunden sehr wohl ins Autohaus kommen, um sich die Fahrzeuge live anzusehen, und dass sie sich auch persönlich beraten lassen.

(ID:45794950)

Über den Autor

 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Redakteurin