Wasserstoffantrieb „Von der Politik erwarte ich mir gar nichts mehr“

Autor: Wolfgang Michel

Ob Flugzeug, Kreuzfahrtschiff oder Auto – die Politik stellt Wasserstoff gerne als Treibstoff der Zukunft dar. Für den Autohausunternehmer Burkhard Weller sorgt sie jedoch nicht für die nötigen Rahmenbedingungen. Für ihn sind jetzt andere Profiteure der Mobilität am Zug.

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Burkhard Weller: „Es ist doch utopisch, zu glauben, dass wir in Deutschland 40 Millionen Pkw mit Strom an Ladesäulen betanken.“
Burkhard Weller: „Es ist doch utopisch, zu glauben, dass wir in Deutschland 40 Millionen Pkw mit Strom an Ladesäulen betanken.“
(Bild: Michel/»kfz-betrieb«)

Mit dem Hyundai Nexo sowie dem Toyota Mirai gibt es derzeit lediglich zwei Wasserstoff-Neuwagen. Die zweite Generation des Mirai steht mittlerweile in fast allen Toyota-Autohäusern der Wellergruppe für Probefahrten parat. Jedoch bleibt für Burkhard Weller abzuwarten, wie erfolgreich seine Autohausgruppe mit diesem Auto 2021 sein wird. Schließlich sei das Wasserstoff-Tankstellennetz noch sehr löchrig und das Interesse der Autofahrer an dieser Technologie somit gering.

„Das Fahrzeug selbst bringt beste Voraussetzungen mit. Der neue Mirai sieht gut aus. Zudem ist das Auto preislich absolut wettbewerbsfähig", sagt der Mehrmarkenhändler im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Hinzu komme, dass es im Vergleich zu reinen batteriebetrieben E-Autos in wenigen Minuten vollgetankt ist und eine Reichweite von über 600 Kilometern hat.

Auf die Frage, was er sich von der Politik sich in Sachen Wasserstoff von der Politik erwartet, antwortet der Autohaus-Unternehmer: „Von der Politik erwarte ich gar nichts mehr. Die Mineralölgesellschaften müssen mit ihren Tankstellennetzen aktiv werden. Anstatt Diesel gilt es dort künftig Wasserstoff zu verkaufen. Wenn wir Automobilität sicherstellen wollen, funktioniert es nur so. Es ist doch utopisch, zu glauben, dass wir in Deutschland 40 Millionen Pkw mit Strom an Ladesäulen betanken. Wasserstoff ist der Treibstoff der Zukunft. Man muss ihn umweltfreundlich produzieren; dafür muss die Politik die Rahmenbedingungen schaffen.“

„Politiker waren anscheinend noch nie im Autohaus“

In Richtung aktueller Corona-Politik hat Burkhard Weller noch eine Botschaft im Gepäck: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum Baumärkte und Drogeriemärkte öffnen dürfen, der Autohandel hingegen nicht. Wir sind schon glücklich, wenn fünf bis zehn Personen in unsere Häuser kommen – nicht in einer Stunde, sondern über den Tag verteilt. Aber Politiker waren anscheinend noch nie in einem Autohaus. Sie fahren seit Jahren Dienstwagen, die inklusive Fahrer vor der Türe warten. Wie ein Autohaus von innen aussieht, wissen die Damen und Herren nicht.“

Das ausführliche Interview mit Burkhard Weller lesen Abonnenten des »kfz-betrieb« in Ausgabe 17/18, die am 7. Mai erscheint, oder zeitgleich online.

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Chefredakteur »kfz-betrieb«