Von digitalen Angeboten profitieren

Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein veranstaltet zweiten Digitaltag

| Autor: Holger Zietz

Nina Eskildsen (Präsidentin des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein): „Eigene Homepage und Facebook allein reichen als Antwort auf die digitale Welt nicht aus .“
Nina Eskildsen (Präsidentin des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein): „Eigene Homepage und Facebook allein reichen als Antwort auf die digitale Welt nicht aus .“ (Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Die Digitalisierung kommt im Kfz-Gewerbe immer mehr an – egal ob im Verkauf oder im Service. Dabei drängen Dritte, vorwiegend Start-ups, immer stärker mit ihren Angeboten in die Branche. Auf dem zweiten Digitaltag, den das Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein in Kiel veranstaltet hat, präsentierten einige Unternehmen ihre Angebote und zeigten, wohin die Reise geht.

Wie im Jahr zuvor, als das Berliner Autohaus König seinen Onlineshop Carbando vorstellte, gab es auch 2019 wieder ein ganz heißes Thema. Und wieder war die Berliner Autohausgruppe mit im Boot: Es ging um den Vertrieb von Fiat 500 im Lidl-Onlineshop, der im Februar für Aufregung sorgte. Diesmal stellte der dahinter stehende technische Dienstleister Vehiculum seine Lösung vor.

Das Berliner Unternehmen ermöglichte mit seiner Plattform die komplette digitale Kaufabwicklung für den Kunden. „Der letzte Schritt in dieser Entwicklung ist dann noch die Lieferung nach Hause“, erläuterte Vehiculum-Manager Friedrich-Wilhelm Heitkamp beim Digitaltag. So sei es der Kunde inzwischen von anderen Internetanbietern gewohnt.

Dass eine solche Aktion auch Ärger und Widerspruch provoziert, ist klar. Vor allem bei den betroffenen Fiat-Händlern wie Anja Bauer, die bei der Flensburger Bauer-Gruppe Mitglied der Geschäftsführung ist. Sie berichtete von Kunden, die während der Aktion in die Ausstellungsräume der Bauer-Gruppe kamen, um das Fahrzeug mal in natura zu sehen. Einige ließen es sich von den Fachkräften erläutern und fragten nach einer Probefahrt.

„Dann sagten sie Danke und gingen wieder!“, erläutert Bauer. Wenn bestellt wurde, dann bei Lidl – sodass der Händler vor Ort nichts davon hatte, außer viel Arbeit. Kein Wunder also, dass die Aktion bei Fiat-Händlern wie Bauer auf wenig Gegenliebe stieß. Zumal die traditionellen Händler mit den Lidl-Konditionen nicht mithalten konnten.

Doch das Lidl-Angebot Anfang des Jahres dürfte kein Einzelfall bleiben. Bereits 2017 sorgte die Aktion von Peugeot, Sixt und 1&1 für Ärger. Auch dahinter steckte die technische Lösung von Vehiculum. Auf solche Aktionen werden sich die Vertriebsnetze wohl in Zukunft häufiger einstellen müssen.

Neben dem Berliner Start-up stellten beim zweiten Digitaltag auch noch andere Unternehmen ihre Ideen und Angebote vor. Dazu gehörte Matthies, Caroobi sowie Carwow.

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