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VW lässt die Füller fallen

Autor / Redakteur: Holger Schweitzer / Dr. Holger Schweitzer

Volkswagen Nutzfahrzeuge verzichtet bei der überarbeiteten Lackierstraße in seinem Hannoveraner Werk dank neuer Verfahren künftig auf das Grundieren der Lackierflächen – und will so tonnenweise Material sparen.

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Weniger Lack dank neuem Lackierverfahren spart Material: Lackierglocken auf den Robotern verteilen den Lack im elektrostatischen Hochrotationverfahren.
Weniger Lack dank neuem Lackierverfahren spart Material: Lackierglocken auf den Robotern verteilen den Lack im elektrostatischen Hochrotationverfahren.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat seine Decklackanlage am Standort Hannover modernisiert. Mit der Investition will der Konzern Prozesse weiter automatisieren und laufende Kosten senken. Rund 70 Millionen Euro kostete die neue Lackierstraße, die im November in Betrieb ging.

In der 280 Meter langen, 27 Meter breiten und 25 Meter hohen Anlage können nach Unternehmensangaben täglich bis zu 490 Fahrzeuge auf zwei parallelen Arbeitssträngen mit einem farbigen Basislack und dem finalen Klarlack versehen werden. Und das ganz ohne Grundieren mit Füllermaterial unter der farbgebenden Schicht.

Grundieren entfällt

Laut dem Nutzfahrzeughersteller machen neuartige Verfahren beim Auftragen des Lacks durch die Roboter das Beseitigen von Unebenheiten auf den Lackierflächen durch vorheriges Grundieren überflüssig. So sind die Lackierroboter in den Kabinen beispielsweise mit Lackierglocken ausgestattet, die den Lack im elektrostatischen Hochrotationverfahren verteilen. Laut Hersteller geschieht dies mit bis zu 65.000 Umdrehungen in der Minute.

Im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise brauche man so bis zu 60 Tonnen Fahrzeuglack weniger pro Jahr und spare bis zu 600 Kilogramm Füllermaterial pro Tag, so Volkswagen. Außerdem werden Schichtdicke, Farbton und Lackstruktur automatisiert gemessen, ein Prozess der bislang manuell erfolgte.

Mit Umluft sparen

Laut Unternehmensangaben verbrauche man auch weniger Energie. Erreicht wird dies laut dem Nutzfahrzeughersteller, indem man nun zu rund 80 Prozent Umluft einsetzt. Bislang habe man 100 Prozent Frischluft zugeführt und gereinigt wieder nach außen abgegeben.

Die Lackierstraße verfügt zudem über eine Trockenabscheidung, die nicht aufgetragene Lackpartikel über eine Kartonfilterabscheidung auffängt. Dies ersetzt das bisherige Verfahren, bei dem Lackpartikel aus der Luft mit Wasser und Chemikalien herausgespült wurden. Nach Unternehmensangaben spare man so etwa 3.400 Kubikmeter Frischwasser pro Jahr, und auch die Chemikalien seien nicht mehr erforderlich.

Eine weitere Besonderheit der Lackierstraße: Sie ist vollständig barrierefrei gebaut und ermöglicht auch Menschen mit Rollstuhl, in der Anlage zu arbeiten.

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