VW streicht die Dialogannahme als Service-Standard

Mit den neuen Verträgen will VW die vorgegebenen Standards für Partner absenken. Beispielsweise wird die Dialogannahme keine Pflicht mehr sein. Im VW-Netz selbst reagiert man zurückhaltend auf so manches Vorhaben aus Wolfsburg.

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(Bild: Jan Rosenow)

Mit den neuen Verträgen, die ab April 2020 greifen, wird sich nicht nur für VW-Händler, sondern auch für reine Service-Partner der Wolfsburger viel verändern. Das große Gesamtbild bleibt vorerst weiter im Verborgenen, einige Details kristallisieren sich aber nach und nach heraus. An mancher Stelle steht ein kleiner bis mittelschwerer Paradigmenwechsel bevor.

So kündigte Lars Eßmann, Leiter Volkswagen Service Deutschland, an, die vom Hersteller vorgegebenen Standards für Partner mit den neuen Verträgen absenken zu wollen. Ein Beispiel: Eine Dialogannahme ist künftig kein Pflichtelement mehr. Im Gespräch sagte Eßmann dazu: „Wir sind weiter davon überzeugt, dass eine gute Fahrzeugannahme viel bringt. Aber wir schreiben das nicht mehr vor. Damit steigern wir die unternehmerische Verantwortung unserer Partner, die viele von ihnen ja auch regelmäßig einfordern.“

Mehr Freiheit für die Partner sei eine der Grundideen hinter den niedrigeren Anforderungen, so Eßmann weiter. „Früher haben wir viele Input-Faktoren im Detail vorgegeben, zukünftig orientieren wir uns stärker am generierten Output der Betriebe.“ Künftig zählten Qualität und Performance der Betriebe noch stärker. „Die Kundenzufriedenheit steht an erster Stelle. Wie unsere Partner das angestrebte Ergebnis erzielen, wissen sie selbst am besten“, sagte Eßmann.

Skepsis bei den VW-Partnern

Was auf den ersten Blick begrüßenswert klingt, ruft bei den Partnern allerdings eher zurückhaltende Reaktionen hervor. Noch sei es beispielsweise kaum abzusehen, wie sich das Geschäft durch die neuen Verträge wirklich verändern wird, ist aus dem VW-Netz zu vernehmen.

Gerade an der finanziellen Ecke seien viele Fragen noch offen. Ein VW-Servicepartner sagte etwa: „Mit der Unterschrift unter den Vertrag haben wir blanko auch alle noch nicht festgelegten Richtlinien und Anlagen blind akzeptiert, obwohl wir noch gar nicht wissen, mit welchen Kosten bestimmte Dinge verbunden sind.“

Mehr zur künftigen VW-Servicestrategie und den Reaktionen aus dem Partnernetz darauf lesen Sie im Titelthema der Ausgabe 8 des »kfz-betrieb«-Wochenjournals, die am 22. Februar erscheint. Darin enthalten ist auch ein Interview mit Lars Eßmann, dessen Langversion online für registrierte User kostenfrei abrufbar sein wird.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility