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VW streicht individuelle Boni für Topmanager

Autor: Christoph Seyerlein

Volkswagen stand in der Vergangenheit für die teils hohen Bonus-Zahlungen an seine Topmanager mehrfach in der Kritik. Nun ändert der Konzern sein Vergütungssystem. Arm werden die Führungskräfte durch die neue Regelung aber kaum werden.

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VW-Personalvorstand Gunnar Kilian: „Das Erreichen von Renditezielen wirkt sich künftig deutlich stärker aus.“
VW-Personalvorstand Gunnar Kilian: „Das Erreichen von Renditezielen wirkt sich künftig deutlich stärker aus.“
(Bild: Volkswagen)

Die Bonuszahlungen an Topmanager aus dem Volkswagen-Konzern sollen sich künftig deutlich stärker am Firmenergebnis orientieren. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, haben die Wolfsburger eine entsprechende Änderung des Vergütungssystems mit Wirkung ab 2019 beschlossen. Damit fallen die individuellen Boni von Führungskräften, für die VW regelmäßig in der Kritik stand, künftig weg. Volkswagen hat das mittlerweile bestätigt und mitgeteilt, man wolle durch die Überarbeitung „den Teamgeist stärken und Individualinteressen reduzieren“.

Personalvorstand Gunnar Kilian sagte in der FAZ: „Das Erreichen von Renditezielen wirkt sich künftig deutlich stärker aus.“ Das Verhältnis von Festgehalt zu variablen Anteilen soll bei Topmanagern in Zukunft 40:60 betragen. Zwei Drittel des variablen Anteils sollen künftig Konzernziele definieren, bislang machten diese nur ein Drittel aus.

Mit seiner neuen Systematik knüpft das Vergütungsmodell an das Vergütungssystem für den Konzernvorstand an: Mitgliedern des Top-Managements werden beim Langzeitbonus künftig über einen „Performance Share Plan“ jährlich virtuelle Volkswagen-Aktien zugeteilt. Erst nach drei Jahren erhalten sie eine Zahlung, die sich neben der Steigerung des Aktienkurses am Konzernergebnis festmacht. Der Jahresbonus wiederum fokussiert auf Renditekennzahlen und orientiert sich je zur Hälfte an der operativen Umsatzrendite und der Kapitalrendite.

VW kann Boni künftig zurückfordern

Weltweit betrifft das Bonussystem rund 450 Personen. Diese müssen aufgrund der Veränderungen aber wohl keine großen Einbußen befürchten – es sei denn größere Krisen treten ein: Sollte Volkswagen die selbst gesteckten Ziele erreichen, dürfte sich an der Summe der gezahlten Boni kaum etwas verändern. Zuletzt lag die Spanne der Sonderzahlungen zwischen hohen sechsstelligen Beträgen bis hin zu 2,7 Millionen Euro, die der damalige Audi-Chef Rupert Stadler 2017 erhielt.

Zumindest ein neuer Passus könnte sich aber doch zum Nachteil für die Manager auswirken: Sollte einer Führungskraft ein persönliches Fehlverhalten nachgewiesen werden können, ist es dem Konzern künftig möglich, den Bonus zu verringern, komplett zu streichen und gezahlte Boni im Nachhinein sogar zurückzufordern.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«