VW- und Audi-Händler setzen auf weitere neue Onlinebörse

Fünfjährige Kooperation mit „Deine Autobörse“

| Autor: Martin Achter

Der Volkswagen- und Audi-Partnerverband kooperiert mit dem neuen Fahrzeugmarktplatz „Deine Autobörse“. In den vergangenen Jahren hatte die Händlervertretung den Wettbewerber Heycar, der im Umfeld des VW-Konzerns angesiedelt ist, mit angestoßen.
Der Volkswagen- und Audi-Partnerverband kooperiert mit dem neuen Fahrzeugmarktplatz „Deine Autobörse“. In den vergangenen Jahren hatte die Händlervertretung den Wettbewerber Heycar, der im Umfeld des VW-Konzerns angesiedelt ist, mit angestoßen. (Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Deutschlands Volkswagen- und Audi-Händler wollen ihre Autos künftig auch auf dem neuen Internetmarktplatz „Deine Autobörse“ inserieren. Der Volkswagen- und Audi-Partnerverband (VAPV) habe sich mit dem Börsenbetreiber auf eine entsprechende Kooperationsvereinbarung verständigt, sagte VAPV-Geschäftsführer Alexander Sauer-Wagner am Dienstag im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

„Wir begrüßen, dass es mittlerweile mehr Wettbewerb auf dem Markt der Onlinebörsen gibt – wir haben in der Vergangenheit schließlich dafür gekämpft“, sagt Sauer-Wagner. „Wir sind aber auch überzeugt davon, dass neben den Platzhirschen noch mehr Raum für Wettbewerb ist. Heycar war für uns der erste Ansatz, um Wettbewerb im Bereich der Onlinebörsen zu unterstützen – daran halten wir auch nach wie vor fest. Jetzt gibt es aber ein weiteres Angebot.“

Wie Branchenkenner berichten, hatte sich in den vergangenen Monaten im Handel stellenweise Kritik an Heycar, der Onlinefahrzeugbörse aus dem Umfeld des VW-Konzerns, entzündet. Heycar war im Herbst 2017 an den Start gegangen. Der VAPV hatte den neuen Marktplatz mit angestoßen. Die Heycar-Muttergesellschaft Mobility Trader ist bei der Volkswagen-Finanzsparte Volkswagen Financial Services angesiedelt.

Dem Vernehmen nach stören sich Händler unter anderem daran, dass sie für Heycar monatliche Reportings erstellen müssen, welche Fahrzeuganfragen von Kunden am Ende tatsächlich zu Verkäufen geführt haben – offenbar ein nicht unerheblicher Arbeitsaufwand für Autohäuser. Daneben nimmt Heycar auch direkt Kontakt zu Nutzern auf, um bei diesen zu erfragen, ob sie bei Händlern ein Fahrzeug gekauft haben. Auch dies sorgt offenbar für Kritik. Und schließlich gibt es unter VW- und Audi-Partnern nach Aussagen der Branchenkenner Sorgen, dass Heycar durch seine Nähe zum Konzern direkten Zugriff auf Kundendaten in den Händlersystemen hat.

Der VAPV will die Kooperation mit „Deine Autobörse“ aber nicht in direkten Zusammenhang mit den Bedenken von Händlern rund um Heycar stellen. „Wir bekommen zwar Befürchtungen und Kritik an Heycar mit“, sagt VAPV-Geschäftsführer Sauer-Wagner. „Uns geht es aber darum, den Handel dazu anzuregen, neue digitale Dienstleistungsangebote auszuprobieren, die sein Geschäft voranbringen. Und ‚Deine Autobörse‘ ist ein weiteres Angebot im Feld der Onlinebörsen.“

Vereinbart wurden nach Angaben Sauer-Wagners Sonderkonditionen für Fahrzeuginserate in der Börse. Händler können Fahrzeuge demnach für einen bestimmten Zeitraum kostenlos inserieren. Auch beim Ankauftool von „Deine Autobörse“ profitieren Händler von gesonderten Konditionen ebenso wie bei der Nutzung der B2B-Plattform des Marktplatzes, über die Autohäuser Fahrzeuge untereinander vermarkten können. Vereinbart wurden auch kurze Kündigungsfristen. Außerdem wird der VAPV im Händlerbeirat von „Deine Autobörse“ vertreten sein. Die Kooperation ist auf fünf Jahre angelegt.

„Deine Autobörse“ gibt es seit Frühjahr 2018. Hinter der Plattform steht der Garantieanbieter GGG. Erst vor Kurzem konnte der Marktplatz eine Zusammenarbeit mit dem Kia- und Mitsubishi-Handel und der VW- und Audi-Händlerkooperation Pro Sales besiegeln.

Patrick Kordes, bei GGG verantwortlich für „Deine Autobörse“, sieht die Kooperation mit dem VAPV als Etappensieg im Wettbewerb mit anderen Onlinemarktplätzen: „Die Zusammenarbeit bringt uns hinsichtlich der Anzahl unserer Händlerkunden und mit Blick auf den inserierten Fahrzeugbestand einen riesigen Schritt voran. Hinter der Kooperation steht aber auch das Fachwissen von 2.700 VW- und Audi-Partnern, mit denen wir den Austausch suchen wollen.“

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