VW zeigt seinen Händlern, „wie es die nächsten fünf Jahre weitergeht“

Autor: Christoph Seyerlein

Golf 8, ID 3, neue Verträge – auf VW-Händler wartet 2020 viel Arbeit. Darauf will der Hersteller seine Partner im Rahmen eines gigantischen Kongresses einstimmen. Bei zentralen Themen wie dem E-Commerce wird dabei nicht mehr diskutiert, ob er kommt, sondern nur noch wie.

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(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

„Zur Begrüßung gibt es immer erst einmal Stacki!“ Mit diesen Worten empfing VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann am Dienstag eine kleine Journalisten-Runde, um einen Einblick zu gewähren, was gerade Händler aus aller Welt in Wolfsburg erleben. Auch tausende Partner nimmt der Vertriebsvorstand aktuell in der Firmenzentrale des Konzerns in Empfang.

Mit Hilfe eines gigantischen Kongresses will die Marke Volkswagen ihre Partner für die anstehenden Herausforderungen fit machen. Und davon gibt es in nächster Zeit genug: Den Golf 8 haben die Wolfsburger gerade mehr schlecht als recht auf den Markt gebracht, mit dem ID 3 soll im Sommer der große Elektro-Hoffnungsträger folgen. Parallel dazu rollt das Fabrikat ein neues Markendesign aus. Um den Handel bei diesen Aufgaben nicht alleine zu lassen, will VW seit diesem Montag und noch bis zum 18. März rund 17.500 Partnern aus über 50 Ländern in Wolfsburg die Themen näherbringen.

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Stackmann sagte am Dienstag in der Firmenzentrale: „Wir freuen uns, dieses Mega-Event für unsere Händler anbieten zu können.“ Man wolle die Begeisterung für die eigenen neuen Modelle in den kommenden Wochen auf die Händler und Verkäufer und damit letztlich auch auf die Kunden übertragen. „Wir zeigen dem Handel, wie es die nächsten fünf Jahre weitergeht“, so Stackmann. Den Auftakt bildeten am Montag und Dienstag die Inhaber deutscher Handelsbetriebe, über die nächsten Wochen verteilt empfängt VW dann auch internationale Händler und Verkäufer.

Teilnehmer des Kongresses durchlaufen elf verschiedene Workshop-Stationen. Unter anderem gibt es Testfahrten mit dem neuen Golf. Daneben erhalten die Händler Informationen zu Zusatzgeschäften rund um die Elektromobilität oder wie sich Volkswagen künftig den Vertrieb generell vorstellt. Die Wolfsburger wollen beispielsweise den Konfigurations-Prozess digitalisieren, verschlanken und den Handel so entlasten. Einblicke gewährt der Hersteller zudem in sein neues Brand-Design. Im Messezentrallager Isenbüttel hat VW dazu einen Showroom nach dem Vorbild aufgebaut, wie ihn sich die Marke künftig in den Handelsbetrieben vorstellt.

Vom sequenziellen zum integrierten Vertriebsmodell

Bei VW hofft man, so die Händlerschaft wieder geschlossen hinter sich zu bekommen. Das war zuletzt nur selten der Fall. Gerade die Verhandlungen um die neuen Händlerverträge, die ab 1. April 2020 greifen werden, liefen alles andere als geräuschlos ab. In den Gesprächen mit den deutschen Händlern sei das zum Auftakt des Kongresses aber kein Thema mehr gewesen, versicherte Stackmann. „Jeder weiß mittlerweile, was kommt. Wir haben uns auch bewusst von einigen Händlern getrennt. Hier geht es nicht mehr um ein Wenn oder Ob, sondern alleine um das Wie“, so Stackmann. Ziel sei es, gemeinsam mit dem Handel „das sequenzielle in ein integriertes Vertriebsmodell zu überführen“.

Die Notwendigkeit, beispielsweise E-Commerce-Modelle auszurollen, unterstrich der Vertriebsvorstand am Dienstag. „Der Weg, den wir 60 oder 70 Jahre erfolgreich gegangen sind, ist endlich. Wir müssen uns neu aufstellen“, sagte Stackmann. Er selbst sieht VW und seine Händler dabei „gut unterwegs“. „Kognitiv sind eigentlich alle die nötige Strecke gelaufen. Emotional müssen wir jetzt mit Taten überzeugen. Der Weg, den wir gehen, ist mit dem Handel und nicht gegen ihn“, so der Manager.

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Entwicklungsredakteur