Watercar: Eine Seefahrt, die ist lustig

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Aber der Rumpf war nicht die einzige Nuss, die March und Selby zu knacken hatten. Auch die Korrosion im Salzwasser und natürlich die Abdichtung des Innenraums waren nicht ohne. Und selbst beim Antrieb haben sie viel experimentiert. So ist zum Beispiel der Corvette-Motor, mit dem sie vor drei Jahren den Weltrekord aufgestellt haben, mittlerweile wieder ausgemustert worden. Zu schwer, zu teuer, zu empfindlich, sagt Selby. An seiner Stelle steckt nun unter dem kleinen Sonnendeck im Heck ein 3,7 Liter großer V6-Benziner aus dem Honda Odyssey, der auch schon 250 PS leistet.

An Land treibt er wie bei einem Sportwagen die Hinterachse an. Doch sobald Selby an den Strand rollt und einen Schalter umlegt, lenkt ein Verteilergetriebe die Kraft erst teilweise und dann ganz an eine Jetdüse um. Unter dem Heck öffnet sich dann eine Klappe und ein gewaltiger Wasserstrahl treibt das Watercar durch die Wellen.

Zwar interessiert sich mittlerweile sogar das Militär für das Watercar. Und auch die Katastrophenschützer stehen ständig in Fountain Valley auf der Matte, erzählt Selby. Doch eigentlich hat er auf solch komplizierte Kunden gar keine Lust. Denn für ihn ist das Watercar vor allem ein Spielzeug, bei dem er an die Reichen und Schönen denkt und an die Wohnmobilurlauber, die nicht gleichzeitig ein Auto und ein Boot an den Haken nehmen können.

Davon gibt es offenbar genug: Obwohl das Watercar 135.000 Dollar kostet, sind die Amerikaner für das erste Jahr schon komplett ausverkauft. „Wir haben eine hohe zweistellige Zahl von Bestellungen in den Büchern“, freut sich Selby und hält das Dutzend Mechaniker in der Werkstatt auf Trapp. Schließlich sollen sie die Montage eines Autos bald mal in sieben Wochen schaffen, während sie heute noch sechs Monate brauchen.

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Es gibt weder Händler noch Werkstätten, und wer ein Problem mit der Technik hat, der muss sich selbst zu helfen wissen. Doch die Bestellungen kommen aus aller Welt, erzählt Selby. Nur etwa die Hälfte der Autos bleibt in Amerika. Der Rest geht überall dorthin, wo das Geld zu Hause ist: „Hongkong, Russland, China, die Emirate“, zählt der Tüftler die gleichen Länder auf, in denen sich auch Sportwagen- und Yachthersteller eine goldene Nase verdienen.

Natürlich weiß Selby, dass sein Watercar mit denen nicht ernsthaft konkurrieren kann: „Es gibt schnellere Autos und schönere Boote“, räumt der Erfinder ein. Aber es gäbe kein Auto, das auch auf dem Wasser so viel Spaß macht, und kein Boot, mit dem man so schnell an Land fahren könne. „In dieser Kombination sind wir tatsächlich unschlagbar.“

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