Studie Weniger Vertriebsunterstützung für E-Fahrzeuge

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Laut dem Bochumer Car-Institut tun die Vertriebsabteilungen der Hersteller gerade noch weniger, um neue E-Autos zu verkaufen. Die ohnehin deutlich teureren Batteriemodelle wurden in den letzten Monaten im Schnitt mit geringeren Rabatten angeboten als gleichwertige Verbrenner.

(Bild:  Heidelberg)
(Bild: Heidelberg)

Der eingeräumte Preisnachlass bei Stromern betrug zuletzt durchschnittlich nur noch 12,7 Prozent, während Verbrenner mit einem Rabatt von 16,7 Prozent auf den Listenpreis angeboten wurden. Noch im März hatte es einen ungefähren Gleichstand bei den Rabatten gegeben – so die Analyse des Car-Instituts. Im Frühjahr hatten viele Hersteller aus eigener Kraft die im Dezember gestrichene staatliche Kaufprämie selbst getragen.

Bei einer Stichprobe im Mai von zehn gängigen Modellen waren die E-Autos im Schnitt knapp 12.000 Euro teurer als der jeweilige Wagen mit Verbrennungsmotor. „Der Markt für Elektroautos in Deutschland verharrt im Schlaf-Modus. Die große Rabatt-Aktion von VW im Januar bis März bleibt Geschichte“, resümiert Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer. Der Preisabstand zwischen Elektroautos und Verbrennern sei in den vergangenen Monaten gewachsen, die Hersteller förderten eindeutig den Verkauf von Autos mit herkömmlichen Antrieben.

„Dampf aus dem Elektrobereich herausgenommen“

Auch der Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Thomas Peckruhn, berichtet von einer Verlagerung der Kaufanreize. „Viele Hersteller haben in Sachen Rabatte den Dampf aus dem Elektrobereich herausgenommen und verschieben die Prämien wieder Richtung Verbrenner. Sie haben erkannt, dass sie die dort zuletzt stark gestiegenen Preise so nicht mehr durchsetzen können.“ Peckruhn betonte: „Es braucht dringend Impulse für den Verkauf von Elektroautos.“

Trotz stark gesunkener Zulassungszahlen habe auch der US-Hersteller Tesla die Preise nur dezent verändert, berichtet das Car-Institut. Während bei mehreren Modellen der Listenpreis um 2.000 Euro abgesenkt wurde, stieg er bei einem anderen um bis zu 2.500 Euro. Im Schnitt habe sich so eine Preissenkung um 1,2 Prozent ergeben.

Für das kommende Jahr rechnet Dudenhöffer mit einem Comeback der Plug-In-Hybride, mit denen die Hersteller die schärferen CO2-Flottengrenzwerte der EU zu erfüllen suchten. Für Verkaufssteigerungen von lokal emissionsfreien Elektroautos bestehe wenig Hoffnung, sagt der Auto-Experte. Die Streichung der Umweltprämie am Jahresende 2023 bleibe ein kapitaler Fehler der Bundesregierung. Die Förderung war im Zuge der Haushaltskrise abrupt gestrichen worden.

(ID:50039265)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung