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Werkspool soll Audi-Händlern über WLTP-Engpässe hinweghelfen

Autor: Christoph Seyerlein

Audi hat am Freitag robuste Halbjahreszahlen präsentiert, rechnet in den kommenden Monaten aber unter anderem wegen der Umstellung auf WLTP mit Schwierigkeiten. Um eine gewisse Verfügbarkeit von Modellen im Handel zu gewährleisten, hat sich der Hersteller etwas überlegt.

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(Bild: © Archon Productions by Christos Rammos)

Auch Audi-Händler haben aktuell mit der Umstellung auf den Prüfzyklus WLTP zu kämpfen. Einige Modelle sind deshalb derzeit nicht verfügbar. Am Freitag gab der Hersteller im Rahmen der Präsentation seiner Halbjahreszahlen bekannt, wie er damit umgehen will. Die Ingolstädter haben in den ersten sechs Monaten deutlich über Nachfrage produziert, um genügend Autos auf Vorrat zu haben.

Diese Fahrzeuge können Händler nun über einen Werkspool abrufen. Ein Audi-Sprecher sagte dazu: „Wir wissen, dass die Umstellung auf WLTP gerade für den Handel eine große Belastung ist. Unser Ziel ist es, die Probleme so gering wie möglich zu halten.“

Ein Audi-Händler bewertete das Vorgehen des Herstellers auf Nachfrage von »kfz-betrieb« positiv. „Bis vor einer Woche konnten wir praktisch gar keine Autos bestellen, jetzt gibt es immerhin wieder welche.“ In dem Pool sind vor allem nach NEFZ zertifizierte Fahrzeuge vorhanden, die der Handel nach Möglichkeit noch vor dem 1. September verkaufen sollte. Danach greift die WLTP-Norm. Allerdings dürften auch die NEFZ-Neuwagen im Pool als Lagerwagen nach dem 1. September eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Erklärungsnöte gegenüber Kunden erwartet der Audi-Partner wegen der etwas undurchsichtigen Lage nicht. „Die Käufer kennen den Unterschied zwischen NEFZ und WLTP zumeist nicht und interessieren dafür auch nicht.“

Impulse erhofft sich der Hersteller im zweiten Halbjahr vom Anlauf der neuen Modelle A6 und Q8. Gegen Ende des Jahres soll dann das erste Elektroauto E-tron folgen. Zudem plant Audi mit einem Markthochlauf bei A7 und A8. Finanzvorstand Alexander Seitz sprach am Freitag in Ingolstadt von einer „Phase des Umbruchs und Übergangs“. Mit den Modellwechseln und der Umstellung auf WLTP „werden die Herausforderungen in den kommenden Monaten noch einmal zunehmen.“

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Nach einem robusten ersten Halbjahr rechnet Audi aber trotz der Herausforderungen damit, die eigenen Jahresziele erreichen zu können. Der Absatz stieg in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent auf 949.282 Einheiten. Den Umsatz konnte die VW-Tochter um 3,9 Prozent auf knapp 31,2 Milliarden Euro steigern, das Ergebnis wuchs um 3 Prozent auf 2,76 Milliarden Euro an. Die Umsatzrendite lag damit wie im Vorjahr bei 8,9 Prozent. Beachtlich ist auch der deutlich höhere Netto-Cashflow von 2,67 Milliarden Euro (2017:1,93 Milliarden). Hier macht sich bemerkbar, dass Audi im vergangenen Jahr viel Geld für die Aufarbeitung der Diesel-Affäre in die Hand nehmen musste.

Im Gesamtjahr will Audi bei den Auslieferungen das eigene Niveau aus dem Vorjahr erreichen, rechnet also mit Einbußen in den kommenden Monaten. Die Umsatzerlöse sollen dagegen leicht wachsen, die Rendite stabil bleiben.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«