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Zahl der Pleiten im Kfz-Gewerbe sinkt nicht mehr

Autor: Andreas Grimm

Die Insolvenzgefahr im Kfz-Gewerbe verharrt auf dem Niveau des Vorjahres, der kontinuierliche Rückgang der letzten Jahre scheint gestoppt. In zwei Bereichen gingen die Zahlen im ersten Halbjahr 2019 weiter zurück, in zwei anderen wurden mehr Pleiten registriert.

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(Foto: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der Rückgang der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe ist zum Halten gekommen. Wie aus der jüngsten Auswertung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht, waren im ersten Halbjahr 2019 exakt so viele Betriebe aus der Branche in Zahlungsschwierigkeiten gekommen wie im ersten Halbjahr 2018. Auch in den Branchenbereichen war die Entwicklung weitgehend stabil.

Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen hervorgeht, traten von Januar bis Ende Juni 313 Betriebsinhaber den Gang zum Insolvenzgericht an. Dass die Zahlen stabil blieben, hat dabei auch mit der Situation im Juni zu tun, da die Fälle im sechsten Monat um ein Fünftel auf 41 Verfahren (minus 9) gesunken waren. Im bisherigen Jahresverlauf waren die Fallzahlen im Monatsvergleich mal stark gestiegen, mal deutlich gesunken.

Von den 313 Insolvenzverfahren wurden 87 mangels Masse abgewiesen, die meisten davon im Pkw-Handel (38 Verfahren). Insgesamt waren von der Pleite 1.203 Angestellte betroffen. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger belaufen sich auf 198 Millionen Euro. Zum Vergleich: in der Gesamtwirtschaft ging die Zahl der Pleiten im ersten Halbjahr um 3,7 Prozent zurück.

Insgesamt sank die Pleitengefahr in zwei der vier Branchensegmente, nämlich im Kfz-Handel (Pkw + Nfz) sowie im Teile- und Zubehörhandel. Dagegen verzeichneten die Motorradbetriebe sowie vor allem die Kfz-Werkstätten einen Zuwachs an Insolvenzen.

Für den Kfz-Handel verbuchten die Statistiker im ersten Halbjahr 129 Pleiten. Das sind fünf weniger als im Vorjahreszeitraum (-3,7 %). Dabei sanken die Zahlen sowohl bei den Pkw-Händlern (-2 Fälle) als auch vor allem im spezialisierten Nfz-Handel (von 9 auf 6 Fälle). Im Teile- und Zubehörhandel standen noch 42 Betriebe vor dem Aus, drei weniger als im Vorjahreszeitraum (-6,7 %).

Kein eindeutiges Bild gibt es bei den Servicebetrieben, zu denen auch die Lackierereien und die Waschanlagen gezählt werden. Die erste Gruppe war mit 14 Fällen etwas stärker betroffen als im Vorjahr (+2 Fälle), bei den Waschanlagen hat sich die Lage von 18 auf 13 Fälle deutlich verbessert (-27,8 %). Und auch bei den Werkstätten ist die Lage unterschiedlich: Während die Zahl der insolventen Pkw-Werkstätten von 88 auf 96 stieg (+9,1 %), halbierten sich die Fälle im Nutzfahrzeugbereich auf 3.

Deutlich schwieriger als im Vorjahr scheint letztlich die Lage in der Kraftradbranche zu sein: Für diese Szene weist das Destatis 16 Pleiten aus – nach 10 im Vorjahreszeitraum.

Das Destatis schlüsselt detailliert die Unternehmenspleiten nach Tätigkeitsfeldern auf. Eine ähnlich deutliche Aufschlüsselung nach Betriebsstilllegungen oder Gewerbeabmeldungen gibt es jedoch nicht. Somit bleibt unklar, wie viele Betriebe durch eine geregelte Betriebsaufgabe aus dem Wettbewerb ausscheiden.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«