ZDK: Doppelprüfung für AU-Geräte abschaffen

Eichämter sollen Kalibrierscheine anerkennen

| Autor: Christoph Baeuchle

ZDK: Kalibrierte AU-Geräte müssen nicht auch noch geeicht werden.
ZDK: Kalibrierte AU-Geräte müssen nicht auch noch geeicht werden. (Bild: Promotor)

Der ZDK fordert die Abschaffung der Doppelprüfung von AU-Messgeräten durch Eichamt und Kalibrierlabor. „Alle reden von Bürokratieabbau, doch hier wiehert der Amtsschimmel seit Jahren besonders laut, und keiner hört es“, sagt ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk. „Wer schon einen Gürtel trägt, muss nicht auch noch Hosenträger haben.“

Wer eine Abgasuntersuchung (AU) ordnungsgemäß durchführen will, muss dafür Messgeräte einsetzen, die fristgerecht von der zuständigen Eichbehörde geeicht und zusätzlich von einem akkreditierten Kalibrierlabor kalibriert sind.

Mehrbelastung in Millionenhöhe

Die Folgen: Allein in den 35.000 anerkannten AU-Werkstätten müssen rund 65.000 bis 70.000 Messgeräte wiederkehrend geeicht und kalibriert werden. Hinzu kommen noch rund 30.000 Messgeräte in Technischen Prüfstellen und bei den Überwachungsorganisationen. Laut einer ZDK-Berechnung führt dies zu einer Mehrbelastung von mindestens 8,5 Millionen Euro bei allen berechtigten Untersuchungsstellen.

„Alle bereits seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit den Überwachungsinstitutionen unternommenen Bemühungen durch das Kfz-Gewerbe, die Doppelprüfung von Eichung und Kalibrierung abzuschaffen, sind bisher sowohl beim Bundeswirtschaftsministerium als auch auf Länderebene ins Leere gelaufen“, bedauert Bundesinnungsmeister Hülsdonk.

Statt der Doppelprüfung fordert der Verband, dass Eichbehörden aktuelle Kalibriernachweise von akkreditierten Kalibrierlaboren im Rahmen der Eichung berücksichtigen sollten. „Damit erfüllen sie auch ihre Aufgabe der Marktüberwachung“, so Hülsdonk.

Er verweist auf die Möglichkeiten im Mess- und Eichgesetz. In einem weiteren Schritt sollte aus Sicht des Verbands der § 37 Abs. 3 des Mess- und Eichgesetzes dahingehend geändert werden, die bisherigen „Kann-Vorschriften“ in eine von den Eichbehörden verpflichtend anzuwendende Vorschrift zu überführen.

Der Verband erhofft sich durch die Änderungen einen Bürokratieabbau. „In diesem konkreten Fall lässt sich ganz schnell für die dringend notwendige Entlastung der überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen im Kfz-Gewerbe sorgen“, betont der Bundesinnungsmeister.

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