Leasingplattform ZDK reagiert verärgert auf ADAC-Offerte

Autor: Doris Pfaff

Mit seiner neuen Leasingplattform hat sich der ADAC Ärger mit dem ZDK eingehandelt. Das neue Geschäftsmodell des Automobilclubs verzerre den Wettbewerb und mache es Autohändlern zusätzlich schwer, so der Vorwurf. Der ADAC solle sich um sein Kerngeschäft kümmern, nicht um die Vermarktung von Autos.

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Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) wird von seinen Mitgliedern vor allem als Pannen- und Unfallhelfer geschätzt. Nun wirbt der Club mit Fahrzeugleasing-Angeboten.
Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) wird von seinen Mitgliedern vor allem als Pannen- und Unfallhelfer geschätzt. Nun wirbt der Club mit Fahrzeugleasing-Angeboten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Allmählich scheint es zu reichen. Erst werben Discounter mit Autoleasing-Angeboten, nun auch der ADAC. Wie berichtet bietet der Club seinen Mitgliedern über eine neue Vermittlungsplattform Leasingautos an. Schon seit drei Jahren vermittelte der ADAC auch Leasingverträge für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride, mit der neuen Offerte nun auch für Verbrenner.

Mit günstigen Leasingangeboten für Mitglieder wird der ADAC zum Konkurrenten für den Autohandel, kritisiert der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) das Vorgehen. Was aus Kundensicht verlockend klinge, bringe die Händler auf die Palme, erst recht in der aktuellen Situation. „Die Coronakrise hat uns bis jetzt schon genug Verdruss und Verluste beschert“, sagt ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Er habe kein Verständnis dafür, dass der ADAC vor diesem Hintergrund nun in den Autohandel einsteige und den Druck auf die Händler massiv erhöhe.

Denn das ADAC-Geschäftsmodell basiere auf Fahrzeugen, die der Club günstig von Herstellern und Importeuren erworben habe, um sie den Kunden dann zu attraktiven Konditionen anzubieten. Der Händler spiele allenfalls noch bei der Auslieferung eine Rolle und gehe bis auf eine dafür gewährte Pauschale leer aus.

„Mit seiner Marktmacht verzerrt der ADAC dauerhaft den Wettbewerb“

„Wer als Händler in diesem Wettbewerb bestehen will, muss zwangsläufig draufzahlen“, so Peckruhn. Im schlimmsten Fall habe er dem Leasinginteressenten des ADAC bei einem Besuch im Autohaus vorher unwissentlich noch eine umfassende Produktberatung plus Probefahrt gewährt. Und dann bestellt der Kunde online – auf der ADAC-Plattform.

„Mit seiner Marktmacht verzerrt der ADAC dauerhaft den Wettbewerb“, betont Peckruhn. „Denn es handelt sich hier ja nicht um eine zeitlich begrenzte Aktion. Der Club sollte sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Der Automobilhandel gehört definitiv nicht dazu“, sagt er.

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Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik