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Zögerlich angelaufene Kalibrierungen bedrohen AU-Versorgung

| Autor: Christoph Baeuchle

In den ersten Bundesländern sind die Übergangszeiten verstrichen, die der Gesetzgeber zum Kalibrieren von AU-Messgeräten gewährt hat. Doch erst wenige Geräte haben die Einmessung durchlaufen. Bis Jahresende lässt sich der Rückstand nicht mehr aufholen.

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(Bild: ProMotor/Volz)

Die Frist, in der der Gesetzgeber bei nicht kalibrierten Messgeräten zur Abgasuntersuchung (AU) noch ein Auge zudrückte, ist in einigen Bundesländern abgelaufen. In den anderen wird es in den kommenden Monaten soweit sein. Doch bislang sind erst wenige Geräte überprüft und ausgerichtet: Bis Ende Juni zählte der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen, kurz ASA, nur rund 26.000 kalibrierte Geräte.

„Rechnet man die Entwicklung mit zunehmenden Kalibrierkapazitäten hoch, sind bis Ende Dezember rund 70.000 Geräte in vorschriftsmäßigem Zustand“, prognostiziert ASA-Vizepräsident Harald Hahn. Entsprechend groß wird die Lücke sein, die Anfang nächsten Jahres im Kfz-Service droht. Denn derzeit haben die Werkstätten rund 100.000 Geräte im Einsatz, um den Bedarf für die Durchführung der Abgasuntersuchungen zu decken. Dabei ist bei den sogenannten „Kombigeräten“ jeweils das Messwerk für Otto- und für Dieselmotoren als eigenständiges Gerät zu kalibrieren.

Nach Ablauf der Übergangsfristen sind rund ein Drittel der Geräte nicht einzusetzen. Das bedeutet, dass Autofahrer aufgrund der Unterversorgung mit längeren Wartezeiten für einen AU-Termin rechnen müssen. Es gilt, dies bei einer anstehenden Hauptuntersuchung, deren Teil die AU ist, einzuplanen.

Acht akkreditierte Prüflabore

Das ist auch für die Kfz-Werkstätten ärgerlich, insbesondere weil sie an der Misere keine Schuld trifft. Zwar bauten die Prüflabore ihre Kalibrierkapazitäten in den vergangenen Monaten rasch auf, doch sie reichen nicht. Mittlerweile sind neben der TAK Cert sieben weitere Prüflabore zur Kalibrierung von AU-Geräten akkreditiert.

Diese kalibrierten im Juni rund 6.000 Geräte. ASA-Vizepräsident Hahn gibt sich allerdings zuversichtlich: „Wir gehen davon aus, dass die Prüflabore bis Jahresende mindestens 8.000 Geräte pro Monat kalibrieren können.“ Im ersten Halbjahr 2019 war das Angebot der akkreditierten Prüflabore noch eingeschränkt, da einzelne Teile zum Kalibrieren fehlten. „Dieser Engpass löst sich jetzt langsam auf“, berichtet Hahn.

Um den betroffenen Autohäuser und Werkstätten das Thema Kalibrierung von Abgasmessgeräten, Bremsprüfständen und Scheinwerfereinstell-Prüfsystemen transparent darzustellen, hat der ZDK gemeinsam mit Überwachungsorganisationen einen Fragen-Antworten-Katalog entwickelt. Diesen können Innungsbetriebe auf den internen Verbandsseiten abrufen.

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