100 Jahre »kfz-betrieb«: Begleiter des Kfz-Verbandes

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Seit mehr als die Hälfte seiner Historie hat der »kfz-betrieb« einen Partner an seiner Seite: den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe – ZDK. Seit 1953 ist der »kfz-betrieb« Verbandsorgan.

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Die erste Ausgabe des »kfz-betrieb» im Oktober 1911 und die Gründung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe trennen zeitlich nur wenige Monate. Am 17. November 1909 trafen sich im Hinterzimmer des Kölner Westminister Hotels 24 Männer. Sie legten den Grundstein für den „Automobilhändlerverband für Rheinland und Westfalen“, der Keimzelle des heutigen Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) darstellt.

Der neu gegründete Verband verfolgt ein Ziel: „Die gesamten Interessen der mit dem Automobilhandel und der mit demselben in Zusammenhang stehenden Branchen zu vereinigen und zu vertreten“, lässt der erste Vorsitzende Ludwig Buchkremer im Protokoll festhalten.

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Mit der Anerkennung der Kfz-Reparatur als Handwerk 1934 werden Handel und Handwerk getrennt, bereits ein Jahr später entsteht der Reichsinnungsverband des Kfz-Handwerks, der 205 Innungen umfasst. Die nationalsozialistische Diktatur schaltete alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vereinigungen „gleich“. Dadurch reduziert sich die Verbandstätigkeit auf verwaltende Aufgaben im Rahmen der wirtschaftspolitischen Ziele der Reichsregierung.

Zögerliche Mobilisierung in Ostdeutschland

Nach Kriegsende entwickelt sich das Kfz-Gewerbe in den beiden deutschen Teilen entsprechend unterschiedlich. Dies bringen Zahlen deutlich zum Ausdruck: 1957 wurden in der Bundesrepublik erstmals mehr als eine Million Pkws produziert, in Ostdeutschland waren es lediglich 36.000 Einheiten.

In der sowjetisch besetzten Zone und späteren DDR erfolgte der Automobilhandel über die staatliche Vertriebsorganisation. Auch das Kfz-Handwerk hat innerhalb der dortigen Kammerorganisation wenig Spielraum für eine eigene Interessenvertretung.

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Lebendige Verbandskultur entsteht nach 1945

Anders sieht es in den westlichen Besatzungszonen aus: In der späteren Bundesrepublik Deutschland ermöglicht ein marktwirtschaftliches System die Privatwirtschaft mit Automobilhandel und Kfz-Reparatur. Bald schon kommt es zur erneuten Gründung von Innungen und Landesverbänden, die sich 1950 zum Zentralverband des Kraftfahrzeughandels und -gewerbes, kurz ZDK, zusammenschließen. Hinzukommen markenspezifische Händlerausschüsse: 1949 wird die „Freundschaftliche Vereinigung der Ford-Händler Deutschlands“ gegründet, die 1976 als erste Fabrikatsgruppe dem ZDK betritt.

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