2012: Eine Frage, viele Antworten

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

Sein Süddeutscher Händlerkollege Michael Ostermaier ist ebenfalls sehr zufrieden. Bei den Neuwagen verzeichnet der Geschäftsführer aus Vilsbiburg weiterhin hohe Auftragseingänge. Unverändert hoch sind jedoch auch die Rabattansprüche der Kunden. Zufrieden ist Ostermaier mit dem Gebrauchtwagenabsatz, jedoch seien auch hier die Margen stark unter Druck. Das liege zum einen am Überangebot, zum anderen würden die Lieferanten ihre Abgabepreise derzeit nicht senken, weil sie die Restwerte stabilisieren wollen.

In der Konsequenz habe im letzten Quartal ein Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt stattgefunden. „Die vielen Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern brachten die Gebrauchtwagenpreise zudem mächtig unter Druck“, sagt Ostermaier. Zusätzlich verunsichere „die beginnende Instabilität von Wirtschaft und Politik“. Stabil hingegen verlief das Servicegeschäft, jedoch werde der Personalaufwand in unproduktiven Bereichen immer höher.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 15 Bildern

Bleiben wir in Süddeutschland, konkret beim Autohaus Huber aus Wasserburg. „Das Gesamtjahr war im Neuwagenverkauf dank zielgerichtetem Marketing und starker Verkaufsförderungsprogramme sehr gut. Im vierten Quartal ist die Nachfrage leider zurückgegangen. Wir konnten aber trotzdem eine zufriedenstellende Verkaufsleistung erreichen, da wir die Verkaufsabschlussquote gesteigert haben“, stellt Geschäftsführer Martin Huber fest. Auch in Wasserburg seien die Neuwagenrabatte immer noch sehr hoch und „es ist keine Besserung in Sicht“. Erfreulich: Die Ertragssituation entsprach dank dem enormen Einsatz aller Mitarbeiter den Erwartungen.

2012 wird sein Unternehmen wohl nicht mehr das Niveau wie 2011 erreichen, befürchtet Huber. Trotzdem geht er für seine Autohausgruppe von einer stabilen und positiven Entwicklung im neuen Jahr aus. „Der Markt wird aber sowohl im Service als auch im Vertrieb noch härter umkämpft sein, weswegen man auch 2012 extrem starke Verkaufsförderungsprogramme benötigt, um erfolgreich am Markt agieren zu können.“

Transportergeschäft brummt

Michael Eidenmüller realisierte 2011 für seine Auto-Scholz-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr ein knapp zweistelliges Plus im Pkw-Auftragseingang. Auch das Lkw-Geschäft verlief zufriedenstellend, Auftragseingang sowie Auslieferungen hätten im Lkw-Geschäft sogar zugenommen. Und das Transportergeschäft sei weiter auf Erfolgskurs. Das ist leicht untertrieben: Mit über 600 verkauften Einheiten geht 2011 als Rekordjahr in die Auto-Scholz-Geschichte ein.

Weniger erfreulich war dagegen die Ertragslage. Im Pkw-Geschäft haben sowohl die Mitbewerber als auch eine Herstelleraktion mit Händlerbeteiligung die Ertragssituation belastet. „Die Erträge im Transportergeschäft sind nach wie vor sehr erfreulich“, sagt Eidenmüller. „Hingegen mussten wir im Lkw-Geschäft mit noch höheren Rabatten als im Vorjahr kämpfen.“ Mit Blick auf das Gebrauchtwagengeschäft sagt der Firmenlenker: „Im vierten Quartal haben wir etwas weniger Fahrzeuge verkauft. Insgesamt sind wir aber mit den Absatzzahlen des Jahres 2011 durchaus zufrieden.“

31126000

Und über 2012 sagt Eidenmüller: „Bei unveränderter politischer und wirtschaftlicher Lage wird sich der Absatz von neuen Pkw durch Neueinführungen, Lieferfähigkeit und veränderte Gewerbekundenkonditionen des Herstellers positiv entwickeln und nach unserer Einschätzung zweistellig wachsen. Auf dem Privatkundenmarkt wird die Tendenz zunehmen, eher einen jungen Gebrauchten als einen Neuwagen zu kaufen. Bei den Nutzfahrzeugen muss man von einem Verkaufsrückgang von zirka fünf Prozent ausgehen. Und im Service basieren die Umsatzplanungen weitgehend auf dem zurückliegenden Jahr.“

Mehrmarkenkollege Helmut Peter hat ein differenzierten Fabrikatsblick in Sachen letztes Quartal 2011: „Bei Mercedes-Benz, Mitsubishi, Skoda und Opel werden wir über Plan abschneiden. Bei den anderen Marken, wie Peugeot, gab es hausgemachte Probleme zwischen dem Konzern und uns.“ Stabil geblieben sind in Peters Gebieten die Neuwagenrabatte, sehr positiv entwickelt haben sich die Absatz- und Ertragszahlen im Gebrauchtwagengeschäft. Auch das Servicegeschäft brummt weiterhin.

„Bezüglich des Service machen wir uns keine Sorgen. Der Vertrieb ist jedoch sehr schwer einzuschätzen. Wir hoffen, dass das Jahr 2012 nicht so wird, wie das Jahr 2011 aufgehört hat.“ Mit diesen Worten bilanziert BMW-Händler Hans-Ulrich Overdreef die vergangenen Monate. Mit anderen Worten: „Das vierte Quartal war nicht zufriedenstellend.“ In Duisburg haben sich die Neuwagenrabatte im zweiten Halbjahr spürbar erhöht, was sich negativ auf die Ertragssituation ausgewirkt hat. Zudem seien die Gebrauchtwagenpreise teilweise eingebrochen. „Die Bestandsbereinigung ist in diesem Jahr sehr schmerzhaft. Die Erträge entwickeln sich aus diesem Grunde schlechter als im Vorjahr und daher können wir auch hier nicht zufrieden sein“, sagt der Geschäftsführer. Sichtlich zufrieden ist er hingegen mit dem Service- und Zubehörgeschäft.

Seite 3: Gebrauchtwagengeschäft im Plus

(ID:388995)