2012: Eine Frage, viele Antworten

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Stefan Zschernitz bläst beinahe in dasselbe Horn: „Mit dem vierten Quartal sind wir nicht sonderlich zufrieden. Hier hatten wir einen 13-prozentigen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Über das Gesamtjahr konnten wir somit nur einen Zuwachs von sechs Prozent erreichen.“ Zweigeteilt ist die Ertragssituation im Neuwagengeschäft: „Die Bruttoerträge bei Privat- und Firmenkunden sind prozentual stabil geblieben, jedoch haben wir mehr Großkundengeschäft generiert. Somit ist der Bruttoertrag im Gesamtgeschäft prozentual leicht zurückgegangen“, sagt der Geschäftsführer. Freuen kann er sich über den Gebrauchtwagenabsatz. Dieser war zwar im vierten Quartal nahezu genauso wie im Vorjahreszeitraum. Auf das ganze Jahr gesehen gab es jedoch einen stolzen Absatzzuwachs von 23 Prozent.

Das Jahr 2012 ist für ihn ebenso schwer einzuschätzen wie für viele seiner Kollegen. „Dazu spielen zu viele wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Ich gehe jedoch davon aus, dass sich der Markt leicht rückläufig entwickelt aufgrund der allgemeinen Verunsicherung, die die Eurokrise hervorruft. Vermutlich werden die Rabatte steigen, wodurch der Wettbewerb weiter zunimmt“, meint Zschernitz.

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Mercedes-Benz-Partner Peter Schäfer freut sich über das Jahr 2011: „Mit dem Neuwagenverkauf im vierten Quartal waren wir äußerst zufrieden, die neue B-Klasse und M-Klasse haben das Jahresendgeschäft stark belebt. Darüber hinaus konnten wir über alle Modelle hinweg eine deutlich gesteigerte Neuwagennachfrage verzeichnen. Im Gesamtjahr haben wir unseren Auftragseingang um fast 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert“.

Das Servicegeschäft ist deutlich besser gelaufen als 2010. Maßgelblich dazu beigetragen hätten unter anderem die guten Verkaufszahlen aus den Vorjahren. Apropos Verkaufszahlen: Die Nachfrage nach leichten Nutzfahrzeugen war aufgrund florierender kleiner und mittelständischer Handwerksbetriebe sehr gut. Dagegen ist der Verkauf schwerer Nutzfahrzeuge auch im Augsburger Großraum nach wie vor schwierig. Erfreulich ist jedoch die hohe Auslastung der Nutzfahrzeugwerkstatt. Das größte Problem hat Schäfer damit, qualifiziertes Personal zu finden, da in seiner Region nahezu Vollbeschäftigung herrscht.

Rabattniveau steigt zum Jahreswechsel

Erfreulich verlief der Neuwagenverkauf im vierten Quartal 2011 auch bei den Mercedes-Kollegen im Autohaus Jürgens in Hagen. Laut Geschäftsführer Franco Barletta konnte er „quantitativ nahezu auf dem Niveau des ersten Halbjahr gehalten werden.“ Allerdings sind auch in Hagen die Nachlässe zum Jahresende gestiegen, was auf die Rendite durchgeschlagen hat.

Nicht zufrieden ist Barletta mit dem Gebrauchtwagenabsatz: „Standzeittage haben sich aufgebaut und die Erträge geraten zunehmend unter Druck. In den Börsen ist zwar noch eine Preissteigerung des Fahrzeugangebotes zu beobachten, gleichzeitig aber, wurde der Angebotsbestand gegenüber dem Vorjahr um zum Teil 20 Prozent ausgeweitet.“ Ursachen hierfür sieht der Geschäftsführer „nicht nur die Konsumentenunsicherheit im Zusammenhang mit der leidigen Schuldendebatte, sondern auch die exorbitant gestiegenen Kraftstoffpreise.“ Diese hielten derzeit viele Kunden vom Kauf eines Gebrauchtfahrzeuges ab.

Mit dem Verlauf und den Ergebnissen des Servicegeschäftes sind die Hagener wiederum wir sehr zufrieden. Ergänzend sagt Barletta: „Aus Sicht des Service ist die Qualität der Fahrzeuge weiterhin so gut, dass Garantieumsätze stark rückläufig sind.“ Erfreulich verlief auch das Nutzfahrzeuggeschäft: 37 Prozent mehr Transporter wurden ausgeliefert und auch bei den schweren Nutzfahrzeugen konnte das Autohaus Jürgens die Stückzahlen als auch den Ertrag leicht steigern.

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