2012: Eine Frage, viele Antworten

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Wolfgang Michel

Steigende Rabatte, längere Standtage - zum Jahreswechsel hin kämpften die Autohäuser vielerorts wieder mit alten Problemen. Geht es so 2012 weiter? Die befragten Geschäftsführer antworten uneinheitlich.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Ob Neuwagen- oder Gebrauchtwagenverkauf, Service- oder Nutzfahrzeuggeschäft – das vierte Quartal 2011 verlief bei den Fabrikatshändlern äußerst unterschiedlich. So kommt es auch, dass die Unternehmer den Verlauf des Jahres 2012 stark unterschiedlich einschätzen. Gleich hingegen ist allerorten die bescheidene Ertragslage im Neuwagengeschäft. Der Handel setzt deshalb in den kommenden Monaten auf ein ertragreiches Gebrauchtwagen- und Servicegeschäft.

Nicht nur die Wellergruppe ist im letzten Quartal des vergangenen Jahres „wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.“ Burkhard Weller sagt rückblickend: „Der angestrebte Auftragseingang war schwerer zu realisieren als angenommen, die Absatzziele haben wir nur unter größter Mühe erreicht.“ Zugenommen habe zudem der Druck, Nachlässe zu gewähren. „Lebten wir diesbezüglich im ersten Quartal nahezu im Schlaraffenland, wurde ab August besonders im Premiumsegment an der Rabattfront wieder hart gekämpft“, so der Chef der Berliner Wellergruppe.

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Den Gebrauchtwagenabsatz bezeichnet Weller als gut, über das Servicegeschäft schwärmt er regelrecht. „Alle Schlaumeier prophezeien seit Jahren einen Rückgang des Werkstattgeschäfts. Wir haben dagegen auch 2011 wieder bei Umsatz und Ertrag zugelegt. Nach wie vor ist die Werkstatt die wichtigste Ertragssäule und bleibt es hoffentlich auch.“

Die schwächste Periode des vergangenen Jahres war bei der Braunschweiger Dürkop-Gruppe das vierte Quartal. „Insgesamt sind wir aber mit dem Neuwagengeschäft der vergangenen zwölf Monate sehr zufrieden“, bilanziert Stefan Quary. Dasselbe gelte für das Gebrauchtwagen- und Servicegeschäft. „Gegenüber unserem Rekordjahr 2010 haben wir erneut bei Absatz und Ertrag zugelegt“, sagt der Geschäftsführer. Im Service zeigten die eingeleiteten Kundenbindungsmaßnahmen in den Altersklassen zwei und drei weiterhin spürbare Wirkung.

Nachfragerückgang im letzten Quartal

Weniger Freude bereitet Carlo Jesseder Jahresrückblick. Im vierten Quartal verzeichnete sein Autohaus einen deutlichen Nachfragerückgang, unverändert seien lediglich die Rabatte geblieben. Rückläufig war zudem das Gebrauchtwagengeschäft in den letzten drei Monaten. „Unsere ehrgeizigen Ziele konnten wir nicht realisieren“, sagt der Geschäftsführer von Auto Jesse in Ibbenbüren. Sehr zufrieden ist er jedoch mit dem Verlauf des 2011er Servicegeschäfts. Für 2012 rechnet Jesse jedoch mit einem deutlichen Abschwung bei Verkauf und Service.

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Im Ford-Autohaus Reuner in Palling verlief das vergangene Quartal wiederum positiv. „Der schöne Herbst hat die Kauflaune der Kunden lange anhalten lassen“, sagt Inhaber Siegfried Reuner. Jedoch wurde auch sein Unternehmen in den letzten Wochen von Herstellerzulassungen nicht gerade verschont. „Trotzdem haben wir alle vorgegebenen Ziele erreicht und bekommen sämtliche Prämien“, freut sich Reuner.

Grund zur Freude hat er auch beim Blick auf den Gebrauchtwagenumsatz. Durch einen aktiveren Zukauf hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel erhöht. „Den Ertrag konnten wir fast verdoppeln“, sagt Reuner. Er meint, dass der Aufschwung für die Kfz-Branche auch in den nächsten Monaten anhält und sein Unternehmen 2012 ähnlich erfolgreich sein wird.

Seite 2: Wachsende Zahl an Eigenzulassungen

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