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Apropos steigern: Für Werner Entenmann vom BMW/Mini-Autohaus in Esslingen war das vierte Quartal sowohl in Sachen Auftragseingang aus auch Auslieferungen „mehr als beruhigend“. Bezogen auf das Gesamtjahr übertraf sein Unternehmen sogar das bereits gute Vorjahr. „Die gute Ertragssituation aus dem Vorjahr konnte stabilisiert werden. Ob 1,5 Prozent gut oder schlecht ist, unterliegt sicher der einzelnen Betrachtungsweise. Aber gegenüber den Jahren 2005 bis 2009 kann man im Handel von einem guten Jahr sprechen. Über die Neuwagenrabatte, genauer gesagt den Intrabrand-Wettbewerb, möchte ich nicht sprechen, denn da gibt es immer noch ein Hauen und Stechen“, bilanziert der Geschäftsführer.
Größte Herausforderungen sieht er auf das Gebrauchtwagengeschäft zukommen: „Ich glaube das ist einer der wichtigsten Punkte in der kommenden Zeit. Für meine Häuser habe ich bereits im Juni die sich zuspitzende Situation erkannt und innerhalb den Monaten Juli bis November den GW-Bestand halbiert. Auch wenn alle Fachleute davon sprechen, dass dieses Geschäft läuft und die Werte stimmen habe ich eine ganz andere Wahrnehmung. Obwohl wir den Bestand durch Preisreduzierungen abgebaut haben und heute bei durchschnittlich 45 Standtagen stehen, schreiben wir gerade noch ein Benchmark-Ergebnis. Wer das nicht gemacht hat, wird im Jahre 2012 Verluste schreiben oder wenn er als vorsichtiger Kaufmann handelt, seine Bilanz 2011 verhageln. Über die nächsten zwölf Monate sagt Entenmann: „Pauschal würde ich das Jahr 2012 auch zu den guten Jahren zählen. Allerdings ist äußerste Vorsicht angebracht und Managementleistung gefordert“.
Seinen Hersteller fordert der BMW-Händlerverbandspräsident auf, „das GW-Geschäft zu unterstützen“. Macht er sich über das Servicegeschäft keine Sorgen, sieht Entenmann die Personalsituation weiter angespannt. Rückläufig seien die Bewerbungen zum Kfz-Mechatroniker, da gäbe es „Handlungsbedarf um die Attraktivität aufrecht zu erhalten“.
Im Autohaus Wicke hielten sich die Kunden ab Dezember mit dem Autokauf zurück. „Trotz einer sehr starken Werbekampagne über Radio, Internet, Zeitungsanzeigen und Mailings, konnten wir keinen nennenswerten Zulauf an Interessenten feststellen“, sagt Geschäftsleiter Uwe Gehrmann. „Das vierte Quartal liegt somit hinter unseren Erwartungen. Das Jahr ist trotzdem sehr positiv verlaufen“. Das Unternehmen hat seine Ziele gar um zehn Prozent übertroffen – bei einem bereits erhöhten Jahresziel um 18 Prozent!
Bedauerlicherweise hätten sich im vierten Quartal auch die Rabatte erhöht. „Im November und Dezember merkte man deutlich den näher rückenden Bilanzstichtag der Wettbewerber“, so Gehrmann. Das Gebrauchtwagengeschäft verlief in den letzten drei Monaten ähnlich. Es war von starker Kaufzurückhaltung geprägt, was in Folge zu weniger Ertrag geführt habe. „Trotz täglichen Preisbeobachtungen mit Preisanpassungen der Marktgegebenheiten konnte die Kaufzurückhaltung nicht ganz ausgleichen werden. Die uns gesetzten Ziele haben wir durch eine Steigerung des Fahrzeugverkäufe im Neuwagenbereich und den daraus resultierende Inzahlungnahmen mit gleichzeitigen gezielten Zukäufen mehr als erreicht. Eine Steigerung zum Plan mit 21 Prozent ist sehr erfreulich. Wir konnten noch einen Bruttogewinn von fast sieben Prozent erzielen. Durch Schaffung von neuen Ausstellungsflächen sehen wir das Jahr 2012 positiv entgegen“, bilanziert Gehrmann.
Und über das zurückliegende Servicegeschäft sagt Gehrmann: „Das Servicegeschäft hat im Dezember eine kleine Delle bekommen. Kumuliert haben wir wieder eine Steigerung von 11,6 Prozent hingelegt. Leider ist das Winterreifengeschäft aufgrund der Witterung gesunken. Die Produktivität lag aber auch in diesem Jahr bei einem sehr erfreulichen Wert weit über 90 Prozent“.
Werkstattgeschäft bleibt wichtiges Standbein
Das Werkstattgeschäft ist auch für Marcel Seyer in Essen ein wichtiges Standbein. Zufrieden äußert sich der Nissan-Servicepartner über das Umsatzplus sowie die verbesserten Deckungsbeiträge im Teilevertrieb und in der Werkstatt. Aufgrund der guten Voranmeldungen rechnet Seyer 2012 mit einem konstant guten Servicegeschäft, woran seine vielen Stammkunden einen großen Anteil haben dürften.
Einen wichtigen Anteil am Geschäftserfolg haben auch die Gebrauchtwagen: Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Autohaus deutlich mehr höherwertige Fahrzeuge vermarkten, was sich nicht nur auf den Umsatz, sondern erfreulicherweise auch auf den Ertrag positiv auswirkte. „Das Gebrauchtwagengeschäft ist weiterhin ein guter Ertragsbringer, was insbesondere an der Qualität der angebotenen Fahrzeuge liegt. Wir haben so gut wie keine Folgekosten aufgrund von Kulanzreparaturen oder Garantien“, freut sich Seyer.
So kann - so sollte es - 2012 weitergehen!
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