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40 Jahre Porsche 911 Turbo: Alarmstufe rot

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Vor 50 Jahren setzte Porsche mit seinem 911 Maßstäbe für den deutschen Supersportwagen schlechthin. Bereits zehn Jahre später gab es den ersten Elfer mit Turboaufladung.

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Weltpremiere auf der IAA 1973: Vor 40 Jahren stellte Porsche mit dem 911 Turbo den weltweit ersten Sportwagen mit Turbomotor vor.
Weltpremiere auf der IAA 1973: Vor 40 Jahren stellte Porsche mit dem 911 Turbo den weltweit ersten Sportwagen mit Turbomotor vor.
(Foto: Porsche)

Vor 40 Jahren stellte Porsche mit dem 911 Turbo den weltweit ersten Sportwagen mit Turbomotor vor, der Rennsporttechnik auf die Straße bringen sollte. Alles was damals zählte, war maximale Leistung – und davon hatte der Turbo mit dem auffälligen Kennzeichen eines ausladenden Heckflügels genug: 191 kW/260 PS aus drei Liter Hubraum ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von über 250 km/h und einen sensationellen Sprintwert von 5,2 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100. Genug Power für den Titel „Schnellster deutscher Straßensportwagen“ und sogar ausreichend Temperament, um die meisten englischen und italienischen V12-Boliden auf Distanz zu halten.

Höchstleistung unter Druck

Nach der IAA-Weltpremiere im Herbst 1973 löste der Power-Porsche einen regelrechten Turbo-Boom aus. Zwar waren aufgeladene Motoren im Rennsport nicht mehr außergewöhnlich, aber an Straßenfahrzeuge mit solchen Maschinen hatten sich bis dahin nur drei Marken gewagt. Erfolglos, egal ob Chevrolet (Corvair Spyder), Oldsmobile (F85 Turbo Jetfire) oder BMW (2002 Turbo). Hinzu kam die weltweite Ölkrise des Winters 1973/74 mit strikten Tempolimits auch auf deutschen Straßen. Das alles schien das Feuer für den schnellsten Serien-Porsche aller Zeiten nur noch weiter zu schüren. Als Brandbeschleuniger wirkte außerdem der 911 Carrera RSR 2.1 Turbo, der im Juni 1974 als erster Rennwagen mit einem Abgasturbolader und 368 kW/500 PS Leistung bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start ging. Unglaublich schien das Ergebnis des Coupés: Platz zwei und damit auf Anhieb eine Podestposition mitten in einer Phalanx aus Prototypen mit Rohrrahmenchassis und Formel-1-Triebwerken.

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Die Preisliste des 911 Turbo begann bei 65.800 Mark und lag damit 50 Prozent über dem 911 Carrera. Eine Maßnahme, die die Nachfrage nur noch zu beflügeln schien, ebenso wie die von Porsche immer wieder gerne kommunizierte Liste prominenter Fahrer. Darunter Rennfahrer wie Jochen Mass, Jacky Ickx und Paul Pietsch oder die Rallye-Legende Walter Röhrl, aber auch Künstler wie Herbert von Karajan, Justus Frantz und Ray Parker jr.

Hinzu kam: Der Serien-Turbo startete ohne die von Konkurrenten prophezeite drastisch reduzierte Lebenserwartung der Motoren, dafür mit sensationeller Bremsanlage: Innenbelüftete Scheibenbremsen mit Aluminiumsätteln aus dem 917 Rennwagen bewirkten rekordverdächtig gute Verzögerungswerte. Abheben wollte der Turbo deshalb nur bei den Verkaufszahlen: Aus geplanten 400 Einheiten wurden rasch 1.000 und schließlich sogar 2.876 Hochleistungssportler.

Ferrari im Hintertreffen

Bei seiner Vorstellung im Februar 2000 wurde der Turbo in den USA mit dem Prädikat des „weltweit saubersten Automobils“ ausgezeichnet und erhielt das begehrte Signet LEV (Low Emission Vehicle). Vierventiltechnik, Nockenwellenverstellung und Ventilhub-Umschaltung bewirkten geringere Emissionen, aber auch mehr Leistung. 309 kW/420 PS ermöglichten eine Spitze von 305 km/h, nachdem die 100-km/h-Markierung innerhalb von 4,2 Sekunden passiert worden war. Sogar der gefeierte Ferrari 550 Maranello hatte hier das Nachsehen. Das galt auch bei der Verzögerung, wo der 911 Turbo mit neuartigen Keramik-Verbundbremsscheiben Bestwerte erzielte. Das Bessere ist traditionell des Guten Feind und so gelang es dem 911 Turbo der Baureihe 997 sechs Jahre später als weltweit erstes Serienfahrzeug mit Benzin-Direkteinspritzer und variabler Turboladergeometrie auch den Vier-Sekunden-Beschleunigungswert zu unterbieten.

Das 40. Jubiläum ihres Topmodells feiern die Zuffenhausener dagegen in diesem Jahr mit der sechsten Turbo-Generation. Noch stärker, noch schneller und noch agiler dank Allradlenkung kommt der jüngste Elfer daher. Alles ist neu und dennoch unverkennbar 911 Turbo. Damit der weltweit erste Turbo-Sportwagen nichts von seiner Faszination verliert und bei Sprintduellen auch die stärksten Ferrari fressen kann.

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