Ford Ab 2030 gibt es nur noch elektrische Pkw

Autor: Julia Mauritz

Jetzt hat auch Ford Europa ein Datum für das Ende der Verbrenner-Ära bei Pkw verkündet. Das Werk in Köln-Niehl nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein.

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Das Werk in Köln-Niehl wird das E-Mobilitätszentrum für Europa.
Das Werk in Köln-Niehl wird das E-Mobilitätszentrum für Europa.
(Bild: Ford)

Nach GM zieht jetzt auch der zweite große amerikanische Hersteller nach: Kurz nach dem Start des Mustang Mach-E hat Ford Europa heute verkündet, dass bis 2026 in Europa alle Pkw-Modelle mit mindestens einer batterieelektrischen oder Plug-in-Hybridvariante angeboten werden sollen. Vier Jahre später ist geplant, nur noch rein batterieelektrische Pkw-Modelle zu produzieren.

Auch den Fahrplan für die Elektrifizierung seiner Nutzfahrzeuge hat Ford vorgestellt: Im Jahr 2024 will der Hersteller in jeder Baureihe mindestens ein Plug-in-Hybridmodell oder einen vollelektrischen Transporter anbieten. Bis 2030 sollen zwei Drittel der verkauften Nutzfahrzeuge emissionsfrei sein.

Insgesamt 22 Milliarden Dollar investiert Ford weltweit bis 2025 in die Elektrifizierung. Eine Milliarde davon fließt in die Modernisierung der Fahrzeugfertigung in Köln-Niehl. Der Standort wird das Elektromobilitätszentrum für Ford Europa. Ab 2023 wird dort das erste batterieelektrische Volumenmodell des Automobilherstellers für den europäischen Markt, das der Kooperation mit Volkswagen entstammt, vom Band rollen. Ford prüft nach eigener Aussage zudem die Möglichkeit, noch ein zweites rein elektrisches Fahrzeug im Kölner Werk zu fertigen.

„Das Ford Cologne Electrification Center wird unsere künftigen Elektrofahrzeuge für Kunden in ganz Europa entwickeln und fertigen“, erklärte Stuart Rowley, Präsident von Ford Europa, anlässlich einer Pressekonferenz, an der auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet teilnahm.

600.000 Einheiten geplant

Neben der Fertigung ist auch die technische Entwicklung des neuen Elektrofahrzeugs im europäischen Ford-Entwicklungszentrum in Köln-Merkenich angesiedelt. Im Rahmen der bestehenden strategischen Allianz mit Volkswagen wird Ford bei der Entwicklung des Fahrzeugs auf dem modularen Elektrobaukasten (MEB) aufbauen. Über den gesamten Lebenszyklus ist die Produktion von insgesamt rund 600.000 Einheiten geplant.

Gleichzeitig kündigte Ford am Kölner Standort personelle Einschnitte in anderen, „weniger entscheidenden Bereichen“ an. Nähere Details dazu gab der Hersteller nicht bekannt, nur, dass man zurzeit mit den Sozialpartnern verhandele. In den kommenden Monaten will Ford weitere Einzelheiten seiner Elektrifizierungspläne in Köln sowie in ganz Europa bekannt geben.

Im vierten Quartal 2020 war Ford Europa wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Ford-Europa-Chef Rowley zeigte sich bezüglich der Geschäftsaussichten für 2021 zuversichtlich. Man strebe nach wie vor sechs Prozent Ebit-Marge an.

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Stv. Ressortleiterin