Abnahmefahrt: Mercedes E-Klasse Cabrio

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Verantwortlich für die neue Raumordnung ist vor allem das neue Format. Schließlich ist das Cabrio nicht nur sieben Zentimeter breiter als der Vorgänger, steht entsprechend satter auf der Straße und hat bei schnellen Kurvenpassagen einen stabileren Stand. Vor allem geht das Auto um zwölf Zentimeter in die Länge. „Elf Zentimeter davon kommen im Radstand an und um allein fünf Zentimeter wächst der Abstand zwischen der Sitzlehne und der Rückbank“, rechnet Früh vor. Wenn man erst einmal hineingeklettert ist, kann man deshalb selbst auf den etwas kurzen Polstern im Fond tatsächlich ganz ordentlich sitzen. Und 390 Liter Kofferraumvolumen sind für ein Cabrio auch kein schlechter Wert.

Weil Mercedes es ernst meint mit der Alltagstauglichkeit, haben die Schwaben zudem wie schon in der C-Klasse serienmäßig eine umklappbare Rückbank eingebaut. Und weil auch die Sache mit der Viersitzigkeit kein Scherz ist, gibt es im dick gefütterten Akustik-Verdeck sogar Leselampen für die Hinterbänkler und erstmals in der offenen E-Klasse auch eine Sitzheizung im Fond.

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Zwar übernimmt das Cabrio alle Assistenzsysteme, das aufwändige Infotainment und die meisten Motoren der E-Klasse. So gibt es mittelfristig Benziner vom 184 PS starken Vierzylinder im E 200 bis zum V6 mit 401 PS im E 43 mit AMG-Logo sowie zwei Diesel mit 194 PS und 258 PS im E 220d und im E 350d und zum ersten Mal die Option auf Allradantrieb für gleich vier Modelle. Das Verdeck und Extras wie das ausfahrbare Windschott hinter den Rücksitzen, den Aircap-Spoiler über der Frontschiebe oder die Nackenheizung Airscarf kennt man so vom Cabrio der C-Klasse. Und vom Coupé stammen die allermeisten Blechteile sowie die vorderen Sitze.

Doch zumindest bei der Abstimmung geht das Cabrio seinen eigenen Weg, nicht nur, weil das offene Auto rund 150 Kilo schwerer ist als das Coupé: „Wir haben das Cabrio als lustvollen Cruiser ausgelegt. Nicht ganz so komfortabel und entspannt wie die Limousine, aber auch nicht so sportlich, stramm und engagiert wie das Coupé“, sagt Früh und nennt seinen nur noch am Heck verklebten Prototypen die „E-Klasse für Genießer“.

Extravagante Farben verfügbar

Das zeigt sich auch bei der erweiterten Ausstattung, die einen höheren Grad der Individualisierung und ein paar ausgefallenere Farbkombinationen erlaubt. Über das Yachtblau zum Beispiel oder für das Tizianrot auf dem komplett belederten Armaturenbrett musste das Team lange diskutieren. Genau wie für den neuen Duft mit dem passenden Namen Daybrake, den die Schwaben exklusiv für die Zweitürer der E-Klasse kombiniert haben.

Zwar kann Früh mitten im Winter schon mal die Sonne genießen und mit ein paar Monaten Vorlauf in die Cabrio-Saison starten. Doch ganz ungetrübt ist die Freude nicht. Denn der Chef der Baureihe weiß, dass er bis zur Markteinführung im September noch ein paar Testschleifen drehen und dafür bald noch einmal verreisen muss. Und zwar in Gegenden, die die nicht ganz so sonnig sind wie Arizona. Denn Ausgerechnet wenn die Kollegen daheim in Deutschland so langsam ihre offenen Young- und Oldtimer aus der Garage holen, geht es für ihn nach Norden – zur letzten Wintererprobung am Polarkreis.

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