ADAC schreibt immer höhere Verluste

Zum dritten Mal in Folge rote Zahlen

| Autor: dpa

Der Pannenhelfer ADAC muss derzeit selbst flott gemacht werden.
Der Pannenhelfer ADAC muss derzeit selbst flott gemacht werden. (Bild: ADAC / Martin Hangen)

Der ADAC steckt fünf Jahre nach Bekanntwerden der Manipulationen um die Preisverleihung des „Gelben Engels“ in strukturellen Nöten. Zum dritten Mal in Folge schreibt der ADAC e.V. operativ rote Zahlen. Für das Jahr 2018 habe der Autofahrerclub eine Unterdeckung von 78 Millionen Euro ausgewiesen, sagte Markl der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. 2017 lag das Minus bei acht Millionen Euro, 2016 sogar bei 328 Millionen Euro.

Um den Verein zukunftsfähig aufzustellen, wird auf die 21 Millionen Mitglieder im kommenden Jahr wohl eine Beitragserhöhung zukommen. Der ADAC hatte seine Beiträge zum letzten Mal 2014 erhöht und zehrt von der Substanz: 814 Millionen Euro aus Mitgliedsbeiträgen reichen nicht, um Pannenhilfe, Dienstleistungen, Veranstaltungen und Personal zu bezahlen. Knapp vier Euro beträgt der Fehlbetrag pro Mitglied. „In diesem Jahr bleiben die Beiträge auf jeden Fall stabil“, sagte Markl.

Doch auch intern muss sich noch viel ändern. „Ein Zukunftsprogramm soll im Jahr 2020 für eine schwarze Null im Verein sorgen“, sagte Markl. Der ADAC müsse sparen und in Digitalisierung investieren. Bei der Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ will der ADAC 40 Millionen Euro einsparen – sie soll ab 2020 nur noch viermal jährlich erscheinen, außer Haus von einem großen Verlag produziert und ausgelegt statt mit der Post verschickt werden. Diese Pläne waren vor Längerem schon bekannt geworden, dürften aber auf der am Samstag anstehenden Mitgliederversammlung dennoch für Gesprächsstoff sorgen.

Auf der Hauptversammlung muss ADAC-Präsident Markl die Weichen stellen. Er wird im Juni 71 Jahre alt, seine Amtszeit endet 2021. „In zwei Jahren ist Schluss, definitiv!“ sagte er. Die rund 200 Delegierten der Regionalclubs wählen nun einen Stellvertreter und drei weitere Vizepräsidenten, die den Kurs bis 2023 mitprägen.

Wie die Wahlen ausgehen, ist komplett unklar, denn der Verein ist in sich gespalten. So hatte Markl gegen den Widerstand des Regionalclubs Nordrhein Markl die Aufspaltung des ADAC in einen Verein, eine Aktiengesellschaft mit dem Versicherungsgeschäft und eine Stiftung mit der Luftrettung durchgesetzt.

Wie schlecht die Stimmung ist, illustriert ein bevorstehender Prozess, den fünf ADAC-Regionalclubs gegen den ADAC e.V. vor dem Landgericht München führen werden. Dabei geht es um die Steuern, die der Fiskus neuerdings auf die Pannenhilfe erhebt. Die Zentrale und 13 Regionalclubs wollten die Steuern wie die Mitgliedsbeiträge untereinander aufteilen. Doch die Clubs Nordrhein, Westfalen, Saarland, Nordbaden und Sachsen wollen gerichtlich klären lassen, ob der Dachverband Beschlüsse mit Belastungen für die Regionalclubs fassen darf. Die Steuern sind da nur der Aufhänger.

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