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Aiways U6: Kurs auf junge Kunden

| Autor: Andreas Grimm

In Kürze öffnet Aiways das Bestellportal für sein erstes Elektroauto in Deutschland. Ein zweites, technisch ähnliches Modell soll nach dem Jahreswechsel folgen. Die Zielgruppen unterscheiden sich allerdings.

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Aiuways hat ein SUV-Coupé in der Pipeline: den U6.
Aiuways hat ein SUV-Coupé in der Pipeline: den U6.
(Bild: Aiways)

Derzeit arbeitet das chinesische Elektroauto-Startup Aiways mit Hochdruck am (verschobenen) Marktstart seines ersten SUV-Modells, des U5. Gleichzeitig ist ein weiteres Auto in Vorbereitung, ein sportlicher geschnittenes SUV-Coupé namens U6. Die Studie „U6ion“ sollte ursprünglich auf dem Genfer Salon vorgestellt werden und gehörte somit zu den ersten Corona-Opfern in der Automobilbranche.

Vor den Corona-Verwerfungen war der Start des U6 für Ende 2020 vorgesehen. Da aber alle Zeitpläne von Aiways inzwischen ins Rutschen geraten sind – das Start-Modell U5 kommt im August statt im April – wird es mit dem zweiten Aiways-Auto wohl nicht vor Frühjahr 2021 klappen. Auch ein drittes Modell ist bereits konkret in der Pipeline: Der U7 wird allerdings laut Alexander Klose, dem Aiways-Verantwortlichen für die Aktivitäten außerhalb Chinas, ein ziemlich großer SUV, der eher für den US-Markt konzipiert ist.

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Vertrieben werden wird der U6, wenn es soweit ist, wie der U5: im Online-Direktvertrieb. Ab Ende April wird Aiways die ersten Online-Aufträge der europäischen Kunden annehmen. Eine bisher noch nicht näher bezifferte „kleine Anzahlung“ müssen die Interessenten allerdings leisten – ein System, das schon Tesla mit dem Model 3 und zuletzt VW mit dem ID3 vorexerziert haben. Wer die Anzahlung leistet, „wird zu den Ersten zu gehören, die den U5 erhalten“, sagt Klose. Wann genau die Reservierungsseite öffnet, ist noch nicht kommuniziert.

Wenn also der U5 angelaufen ist und Abnehmer findet, wird auch der U6 im kommenden Jahr folgen. Perspektivisch hält Klose den Vertrieb weiterer Modelle in Europa für denkbar, eine umfassende Modellvielfalt erachtet er allerdings nicht für notwendig und auch nicht mehr für zeitgemäß. Der Vertrieb zusätzlicher Modelle wird ebenfalls über die Online-Plattform abgewickelt sowie die rund 30 Partner der Elektromarkt-Kette Euronics, die Aiways-Modelle für Probefahrten vorhalten.

Der U6 in seiner bisherigen Form ist mit dem aus dem U5 bekannten 140 kW/190 PS starken E-Motor ausgerüstet sowie der 63-kWh-Batterie, die für 400 Kilometer Reichweite gut sein soll. Wichtiger beim U6-Concept ist jedoch das Design, denn das Konzeptauto zeichnet sich durch eine coupéhafte Rückenpartie aus. Zu Schauzwecken ist das Auto mit zweifarbigen 21-Zoll-Rädern sowie sportlich und robust wirkenden Anbauteilen verziert.

Aiways selbst will laut Eigendarstellung mit dem U6 „junge Menschen ansprechen, die einen progressiven Lebenstil pflegen“. Das Design sei funktionellen Prinzipien verpflichtet, und verzichte auf Spielereien. Gleichwohl ist ins Heck des Fahrzeugs ein zweifarbiger geschwungener Spoiler integriert, der die schlanke Gesamterscheinung des U6ion akzentuieren soll. Er dient mit anderen Maßnahmen der Senkung des Luftwiderstandsbeiwerts auf 0,27.

Edler und futuristischer Innenraum

Der Innenraum der Studie hat Aiways edel und futuristisch gestaltet. Wie beim Serien-U5 gibt es auch hier Displays hinterm Lenkrad und in der Armaturenbrettmitte. Der zentrale Touchscreen fällt im U6ion mit 14,6 Zoll Bildschirmdiagonale allerdings größer aus als im U5. Zudem gibt es ein nach oben offenes, rechteckiges Lenkrad und Textilschlaufen als Türöffner. Zentral im Armaturenbrett befindet sich ein kleiner Roboter, der als Mensch-Maschine-Schnittstelle dient und unter anderem auf Sprachbefehle reagiert.

In der Mittelkonsole fällt der „Grip Shift“ im Stile eines Beschleunigungshebels für Motoryachten auf, an dem der Fahrer wie bei einem Automatikhebel zwischen D, R, P und N wählen kann. Weitere Eigenheiten des Konzepts sind spezielle Ablagen für Drohnen und Fernbedienungen zwischen den Fondsitzen sowie ein Fach im Kofferraum für einen Elektro-Tretroller.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«