Suchen

Alfa Romeo Giulia Veloce: Julia kann auch schnell

| Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Alfa baut das Angebot seiner sportlichen Mittelklasse-Limousine aus. Für alle potenziellen Fans, die nicht das nötige Kleingeld für den teuren Überflieger Quadrifoglio Verde haben, bietet sich die „Veloce“-Version an.

Firmen zum Thema

Die Giulia Veloce startet bei knapp 47.000 Euro.
Die Giulia Veloce startet bei knapp 47.000 Euro.
(Bild: Alfa Romeo)

Schon der Name ist klangvoll. „Giulia Veloce“, eine Liebeserklärung an die schnelle Julia, vielleicht in höchsten Tönen dargebracht in der Mailänder Scala von einem schmachtenden Tenor. Und schnell ist er wirklich, der sportlichste und gleichzeitig gerade noch bezahlbare Spross der neuen Alfa-Familie, die zum ernsthaften Rivalen des deutschen Dreigestirns von BMW, Mercedes und Audi aufsteigen will.

Natürlich gibt es da noch die Giulia mit Beinamen „Quadrifoglio Verde“ (vierblättriges Kleeblatt). Der allerdings kostet gut 72.000 Euro und ist mit seinen 375 kW/510 PS ein Extremsportler. Die Veloce dagegen ist ab knapp 47.000 Euro zu haben, hat ebenfalls Allradantrieb und ist mit 154 kW/210 PS auch nicht von schlechten Eltern.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Die ersten Testrunden mit dem Allradler ließen keine rechte Freude aufkommen. Was nicht am Neuling lag, sondern an den äußeren Bedingungen. Tagelange Regenfälle im Piemont südlich von Turin ließen Tanaro und Po anschwellen, Matschmassen von den Weinbergen auf die engen Serpentinen-Straßen rutschen und verwandelten den Asphalt wegen des nassen Laubs in glitschige Rutschbahnen.

Ideal für ein Allradauto, was mit Blick auf die Not der betroffenen Menschen in der Region fast schon zynisch klingt. Alfas Europa-Chef Fabricio Curci sah das genauso, zeigte sich sichtlich betroffen und sprach davon, wie ernst auch seine Industrie den Klimawandel mit seinen extremen Wetterkapriolen nehmen müsse.

Giulia ist Alfas Bestseller

Zurück zur Tagesordnung, zum Veloce. Er macht die recht erfolgreich gestartete Giulia-Baureihe komplett, die bereits mit Schönheitspreisen überhäuft wurde. Gut 10.000 wurden schon verkauft, auch in Deutschland setzte sich der Viertürer an die Spitze des Alfa-Absatzes. „Gerade für das Heimatland sportlicher Mittelklasse-Limousinen ist unsere Giulia Veloce besonders wichtig“, erklärt Curci und hebt besonders die Dieselversion hervor. „In Kombination mit dem serienmäßigen Allradantrieb bietet unser neuer Diesel eine Mischung aus Dynamik und Sicherheit, ohne dabei den Komfort zu vernachlässigen“.

Die Einschätzung des smarten Alfa-Chefs stimmt. Das 2,2-Liter-Triebwerk hat mit dem 1,6-Tonner keine Mühe, solange man die Drehzahl nicht zu tief in den Keller fallen lässt. Beim Spurt auf Tempo 100 gönnt sich der Selbstzünder eine zwar kurze, aber doch spürbare Denkpause, bevor er die 210 Pferde zum Galopp inspiriert. Mit 6,8 Sekunden auf 100 km/h ist der Diesel-Alfa dennoch recht gut dabei, auch wenn er dem anderen Veloce (2-Liter-Benziner, 206 kW/280 PS) deutlich den Vortritt lassen muss. Bei der möglichen Spitze liegen beide dagegen nah beieinander (235 km/h bzw. 240 km/h).

Vor der Hatz sollte man den runden Drehknopf in der Mittelkonsole in der Rasanz-Stufe einrasten lassen. Dann dreht der Veloce die Gänge der Acht-Stufen-Automatik höher aus und verhärtet Lenkung und Federung um einige Nuancen. Auf den Sound hat das keinen Einfluss. Alfa verzichtet auf künstlich erzeugtes Geräuschniveau. So klingt der Motor echt und natürlich, zwar kernig, aber nicht aufdringlich.

(ID:44407569)