„Angefangen hat alles ganz klein“
Monika Hofer, drittplatzierte des Women‘s Award, hat ich als Quereinsteigerin mit klaren Zielen ständig selbst gefordert. Heute verantwortet die 39-Jährige die Geschäfte eines Fünf-Marken-Centers.
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Mit einer Ausbildung zur Krankenschwester begann die Karriere von Monika Hofer. Heute ist die 39-Jährige Geschäftsführerin der Auto Welt von Rotz in Wil (Schweiz) und verantwortet die Geschäfte eines Fünf-Marken-Centers. Nachdem Hofer ihr Krankenschwesterexamen erfolgreich abgelegt hatte, folgte eine Ausbildung zur Diplom-Finanzbuchhalterin. Als Direktionssekretärin arbeitete sie bei einer Schweizer Bank, wechselte als Buchhalterin in ein Ingenieurbüro und war Leiterin der Finanzbuchhaltung einer Agrargesellschaft, bevor sie 1995 ihr eigenes Treuhandbüro gründete. Nichts deutete damals auf eine Karriere im Autohaus hin.
„Angefangen hat alles ganz klein“, erzählt Hofer über ihren Start in der Kfz-Branche. Sie bewarb sich 1995 bei der Auto Welt von Rotz auf eine Teilzeitstelle (20 Prozent) als Liegenschaftsbuchhalterin. „Damals hatte ich gerade mein eigenes Treuhandbüro eröffnet und suchte zusätzlich nach einer Möglichkeit, aus den eigenen vier Wänden herauszukommen“, erklärt sie. Nachdem sie als Teilzeitkraft angefangen hatte, zeichnete sich bald ab, dass aus dem geplanten einen Arbeitstag pro Woche schnell mehrere Tage würden. Sie wurde Hauptbuchhalterin, Leiterin Administration und stieg dann zur Assistentin des Geschäftsführers und Inhabers Hanspeter von Rotz auf. Seit 2001 arbeitet Hofer in Vollzeit, führte aber ihr Treuhandbüro bis 2006 nebenher weiter. „Herr von Rotz hat mich von Anfang an gefördert und immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt“, sagt Hofer. Vor gut sechs Jahren habe er dann erstmals über das Thema Nachfolgeregelung mit ihr gesprochen. Er wollte eine mehrköpfige Führungsriege entwickeln, die die Geschäfte leiten könne. Seitdem habe sie nach und nach gelernt, sich mit Führungsaufgaben auseinanderzusetzen. Hofer war bereit, sich den vielen neuen Aufgaben zu stellen. So forderte Hanspeter von Rotz im Jahr 2003, dass sie in den Neuwagenverkauf einsteige. „Meine erste Reaktion war: Muss das sein!“, erzählt sie. Schließlich war ihr aber klar, dass das Verkaufen dazugehört, wenn man ins Management einsteigen will.
Monika Hofer hat sich durchgesetzt. Ihr starker Wille, ihre Begeisterungsfähigkeit, ihre gute Menschenkenntnis, die nicht zuletzt von ihrer Ausbildung zur Krankenschwester herrührt, und ihre Zielstrebigkeit haben sie konsequent vorangebracht.
Am meisten verkauft
Der Erfolg gab ihrem Engagement schließlich Recht: 2003, im ersten Jahr als Neuwagenverkäuferin, erreichte Hofer gleich Platz 15 im Toyota-Championsclub. „Ich war damit die erste Frau unter den Top 20“, freut sie sich. Ein Jahr später erreichte Hofer Platz 5 und 2005 schaffte sie mit 240 verkauften Toyota-Neuwagen sogar den Sprung aufs Siegertreppchen der Rangliste.
„Insgesamt war 2005 für mich ein Jahr, das mich besonders herausforderte“, erzählt Hofer. Der Bau des neuen Vier-Marken-Centers (Mazda, Suzuki, Kia, Citroën) startete. Die Einweihung und Verhandlungen mit Importeuren standen an. Außerdem mussten Mitarbeiter geschult und neue eingearbeitet werden. Rund 700 Bewerbungen gingen damals ein. „Dass ich neben all diesen Aufgaben dann noch die meisten Autos verkauft habe, macht mich heute noch sehr stolz“, gibt Hofer preis.
Personal motivieren
Weiterbildungen spielen für Monika Hofer eine wichtige Rolle: „Drei bis vier Kurse mache ich pro Jahr.“ Aktuell stehen Themen wie Personalführung und Bewerberauswahl an. Besonderen Wert legt sie auf Personalführung und -entwicklung. Seit der Vergrößerung des Betriebs im Jahr 2005 seien diese Themen eine entscheidende Führungsaufgabe geworden. Zumal die Mitarbeiterzahl von 25 auf derzeit 42 anstieg. Der Führungsstil „von oben nach unten“ sei bei dieser Betriebsgröße nicht mehr praktizierbar gewesen. Hofer war klar, sie musste ihren eigenen Stil entwickeln und auch lernen, Verantwortung zu übertragen. Ihre Aufgabe ist auch, die beiden Kinder des Geschäftsführers Hanspeter von Rotz auszubilden und auf Führungspositionen vorzubereiten. Wichtig ist ihr, dass alle Mitarbeiter regelmäßig Schulungen durchlaufen. Hofer führte Projektleitungen ein und erarbeitete zusammen mit den Angestellten Konzepte für anstehen-de Aufgaben. Die Mitspra-che der Mitarbeiter bei Entscheidun-gen steht bei ihr an oberster Stelle. „Jeder musste lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen.“ Als Beispiel nennt Hofer die Personalauswahl. Seit Januar dieses Jahres durchlaufen Bewerber in der Regel drei Stufen: Nach Gesprächen mit der Geschäftsleitung sowie allen Mitarbeitern aus der entsprechenden Abteilung entscheidet das gesamte Team per Einheitsbeschluss über die Anstellung eines Bewerbers.
Hanspeter von Rotz hat sie bei der Durchsetzung ihres neuen Führungsstils nicht gehindert: „Er unterstützte mich, indem er sagte: ‚Schau, dass du damit zurecht kommst und deinen eigenen Stil findest’.“ Ihre Mitarbeiter akzeptieren sie sicherlich nicht zuletzt, weil sie sich vor keiner Aufgabe scheut. „Man muss alles einmal selbst gemacht haben, um urteilen zu können“, ist Hofer überzeugt. Aktuell will sie den Kundendienst umstrukturieren. Sie hat für zwei Monate alle Aufgaben des Bereiches übernommen, um die Abläufe genau kennenzulernen. Auch hier findet Hofer zusammen mit den Angestellten sicher den optimalen Weg.
Kundenfreundlich
Toleranz gegenüber ihren Mitarbeitern und die Tatsache, dass diese die Chance zur Weiterbildung bekommen, sieht sie als wichtige Motivationsinstrumente. Gelingt es ihr, dies beizubehalten, wird sie auch ein weiteres Ziel erreichen: „Wir wollen das kundenfreundlichste Autohaus der Deutschschweiz sein.“ Ihr Erfolgsrezept dafür: Kunden sollen das Gefühl haben, dass sie wichtig sind und alle Mitarbeiter schnell für sie arbeiten.
Mit klaren Zielen hat Monika Hofer geschäftliche Erfolge erzielt und sich sukzessive hochgearbeitet. Für 2008 stehen nun Konsolidierung und Effizienzsteigerung im Vordergrund. Aber sie wäre nicht sie selbst, hätte sie nicht bereits klare Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft: „Ich möchte die Abläufe weiter verbessern und mich mehr aus dem Tagesgeschäft herausziehen, um mich auf strategische Aufgaben zu konzentrieren. Ich kann mir vorstellen, dass es in Zukunft notwendig sein wird, unser Autohaus nochmals zu vergrößern.“?
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