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Audi: Händler und Hersteller einigen sich auf neue Verträge

| Autor: Martin Achter

Im Grundsatz besteht Übereinkunft: Die Marke mit den vier Ringen hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit ihren Partnern auf die Inhalte neuer Vertriebs- und Serviceverträge verständigt. Den Händlern vorlegen will Audi die Papiere im September. Aber es gibt noch immer Hürden.

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(Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Die Einigung erfolgte zeitgleich mit der Schwestermarke VW: Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Deutschlands Audi-Händler mit dem Hersteller auf die Inhalte neuer Verträge für Vertrieb und Service verständigt. Die Gespräche mit dem Volkswagen- und Audi-Partnerverband (VAPV) seien „grundsätzlich abgeschlossen“, erklärte ein Audi-Sprecher am Mittwoch. Es fehle nun lediglich noch „juristischer Feinschliff in Einzelfragen“.

Zur Unterschrift vorlegen wolle Audi die Verträge seinen Vertriebs- und Servicepartnern im September, erklärte der Sprecher. Ende Juli wolle der VAPV seine Partner auf einer Veranstaltung noch einmal abschließend über die Inhalte informieren. Auch Audi wolle hier den Händlern für Fragen zur Verfügung stehen.

Martin Sander, Leiter Vertrieb Deutschland bei Audi, erklärte angesichts der Verständigung, die Händler könnten mit den neuen Verträgen „auf künftige technologische Entwicklungen und Veränderungen des Marktes reagieren, ohne dass die Klauseln wieder neu verhandelt werden müssen“. Händler und Hersteller seien fortan enger verbunden. Diese werde sich im Auftritt gegenüber dem Kunden zeigen. Für digitale Herausforderungen sei die Vertriebsorganisation damit „gut aufgestellt“. Audi und seine Partner gäben „ein Beispiel für die ganze Branche“ ab.

Auch VAPV-Vorsitzender Dirk Weddigen von Knapp zeigte sich angesichts der Einigung zuversichtlich. Der Audi-Sprecher zitierte Weddigen von Knapp in seinem Kommuniqué mit den Worten: „Auf dem Fundament der neuen Verträge werden wir das Geschäftsmodell Partnerorganisation und Hersteller in die Zukunft tragen.“

Zu den Vertragsinhalten äußerte sich Audi offiziell nur in Stichpunkten.So sollen für die Händler das Großkunden- und das Servicegeschäft „als Grundlage erhalten“ bleiben. Außerdem sollen Audi-Partner auch in Zukunft „die volle Modellpalette verkaufen“ können.

Einzelne Händler fürchten, das künftig nur noch ausgewählte Partner die sportlichen Modellvarianten von Audi anbieten können. Der Audi-Sprecher bekräftigte auf Anfrage, dass es hier für Vertragspartner „keine grundsätzlichen Einschränkungen“ geben solle.

Daneben wurden laut Audi Einigungen im Bereich E-Commerce erzielt, der ausgebaut werden soll. In den Verträgen sei geregelt, wie Händler an diesem Geschäft, das laut Konzernsprecher vorwiegend in der Hand des Herstellers liegen wird, beteiligt werden. Hierbei geht es um Software-Dienstleistungen rund um die Fahrzeuge nach dem Kauf sowie Fahrzeugfunktionen, die Kunden weit nach Erwerb von Fahrzeugen freischalten können (Functions on demand).

Die Vertragsverhandlungen zwischen Volkswagen, Audi und dem VAPV sollten ursprünglich zum 30. Juni abgeschlossen sein. Die Ziellinie wurde also um wenige Tage verfehlt.

Ziel war es, bis zum 31. August den Händlern das neue Vertragswerk vorzulegen. Die Unterschrift sollten die Händler ursprünglich bis zum 30. November leisten, damit die neuen Verträge zum April 2020 in Kraft treten können. Die laufenden Pkw-Vertriebsverträge hatten die Hersteller im März gekündigt. Kürzlich hatte der VAPV auf einer Mitgliederversammlung über die bevorstehende Einigung informiert .

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Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«