Audi-Vertriebschefin Wortmann: „Wir kehren jetzt in ruhigeres Fahrwasser zurück“

WLTP-bedingt deutliches Absatzminus im Juli

| Autor: Christoph Seyerlein

Hildegard Wortmann leitet seit Anfang Juli den Audi-Vertrieb.
Hildegard Wortmann leitet seit Anfang Juli den Audi-Vertrieb. (Bild: Audi)

Seit Anfang Juli ist Hildegard Wortmann als Vorständin für Vertrieb und Marketing bei Audi im Amt. Am Freitag durfte sie in dieser Funktion erstmals die monatlichen Absatzzahlen der Marke verkünden – und musste dabei ein Minus vermelden. Im Juli lieferte Audi weltweit rund 155.350 Neuwagen an Kunden aus. Das waren 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch im Gesamtjahr liegt das Fabrikat mit 1.061.550 Einheiten merklich hinter dem Vorjahresergebnis zurück (-4,1 %).

Den Rückgang im Juli erklärte der Hersteller mit den WLTP-Sondereffekten aus dem Jahr 2018. Damals hatte Audi viele Neuzulassungen vorgezogen und die Autos dann als „bevorratete Modelle“ verkauft, da man in Ingolstadt mit der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus nicht hinterherkam. Das führte beispielsweise im Juli zu außergewöhnlich hohen Zulassungszahlen der Marke.

Zum 1. September 2019 steht nun die nächste WLTP-Verschärfung an. Ähnlich wie VW sieht Hildegard Wortmann auch Audi in diesem Jahr besser gewappnet. „Dank der frühzeitigen Vorbereitung auf „WLTP second act“ und unserer laufenden Modelloffensive kehren wir jetzt in ruhigeres Fahrwasser zurück“, sagte sie. Generell habe die Marke „die Vertriebssituation deutlich stabilisieren“ können. Für das zweite Halbjahr rechnet sie „mit einer positiven Entwicklung unserer Auslieferungen“.

Konkurrenz ist klar voraus

Eine solche hätte Audi auch bitter nötig. Im Gesamtjahr steht von allen bedeuteten Märkten bisher nur in China ein Absatz-Plus (+2,5 %) in der Bilanz, in Europa (-5,9 %) und den USA (-5,0 %) sieht es dagegen mau aus. Im Einzelmonat Juli hat sich die Lage in Europa WLTP-bedingt verschärft (-13,3 %), in den USA erzielte Audi aber immerhin ein leichtes (+0,8 %) und in China ein deutliches Plus (+6,0 %).

Die Konkurrenz ist der VW-Tochter derweil weiter ein gutes Stück enteilt. Mercedes setzte im Juli 188.857 Neuwagen ab. Die BMW-Zahlen liegen aktuell noch nicht vor, im Juni waren die Münchner aber der absatzstärkste der drei deutschen Hersteller. Dementsprechend ist es zu erwarten, dass BMW im Juli zumindest besser als Audi abgeschnitten hat.

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