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Audi will sich „wieder stärker vom Volumensegment abheben“

| Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

Laut Audi-Vertriebschefin Hildegard Wortmann konnte der Autobauer seinen weltweiten Absatz im vergangenen Monat um drei Prozent auf mehr als 160.000 Fahrzeuge steigern. Doch nicht überall läuft es rund für die Ingolstädter.

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(Bild: Audi)

Audi hat im Juli trotz der Corona-Krise weltweit mehr Autos verkauft als vor einem Jahr. Vertriebschefin Hildegard Wortmann sagte der „Heilbronner Stimme“ am Samstag, der Absatz sei um drei Prozent auf mehr als 160.000 Fahrzeuge gestiegen. Im zweiten Quartal waren die Verkäufe um fast ein Viertel auf 354.000 Autos eingebrochen – vor allem wegen der Corona-bedingten Schließung von Werken und Autohäusern in Europa.

In China dagegen legten die Verkäufe um fast ein Viertel zu. Zwischen April und Juni wurde jeder zweite Audi in der Volksrepublik verkauft. Wortmann sagte: „Wir gewinnen in vielen bedeutenden europäischen Märkten gerade Marktanteile.“ In Südkorea und Japan habe Audi noch viel Potenzial.

Autobauer will eine jüngere, digital-affine Zielgruppe ansprechen

Beim weltweiten Absatz ist Audi in den vergangenen Jahren hinter die Konkurrenten Mercedes und BMW zurückgefallen. Um den Absatz in den nächsten Jahren deutlich zu steigern, „wollen wir uns überall wieder stärker vom Volumensegment abheben. Wir sind die Premium- und Luxusmarke“, sagte Wortmann.

Außerdem wolle die VW-Tochter die jüngeren Zielgruppen mehr ansprechen. „Denn die geht anders um mit Technologie, mit Design, mit Digitalisierung.“ In Deutschland hat der Autobauer zuletzt den Online-Verkauf von Händlerlagerwagen pilotiert. Zudem setzte die VW-Tochter in Zeiten geschlossener Verkaufsräume stärker auf die Videoberatung der Kunden.

Audi erhalte mit dem elektrischen E-Tron GT zum Jahresende außerdem eine neue Ikone für die künftige Ausrichtung der Marke, sagte die Vertriebschefin. Das in Heilbronn für das Werk Neckarsulm produzierte Modell sei eines der wichtigsten Fahrzeuge für die künftige Markenbildung. Vom Elektro-SUV E-Tron habe Audi dieses Jahr 22.000 Exemplare verkauft.

Zumindest in Deutschland kommt diese Digital-Offensive bei den Neuwagenkäufern jedoch noch nicht an. Der Blick auf die jüngsten Neuzulassungszahlen hierzulande dürfte die Ingolstädter jedenfalls ernüchtern: Während BMW (+17,4 %) und Mercedes (+10,7 %) im Juli bereits wieder Zuwächse einfuhren, brach der Audi-Absatz weiter ein – diesmal um 20,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Sammelklage gegen VW-Tochter abgewiesen

Was Audi ebenfalls seit längerem beschäftigt: Die Diesel-Affäre. Nun ist eine Sammelklage von 2.500 Dieselauto-Fahrern gegen die Volkswagen-Tochter Audi am Freitag vom Landgericht Ingolstadt abgewiesen worden. Das teilte ein Gerichtssprecher mit.

Der Rechtsdienstleister Myright hatte die Klage eingereicht und bezifferte den Streitwert auf 77 Millionen Euro. Für die Dieselkäufer wollte er sich den Kaufpreis erstatten lassen, plus Zinsen und möglicherweise abzüglich einer Nutzungsentschädigung. Gegen die Abweisung der Klage kann Myright allerdings noch Revision einlegen.

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