Auf den Straßen der Emirate

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„Bereits vorab war die Nachfrage bei uns nach dem neuen Porsche Panamera riesengroß“, so Danielle Stanners, Verkaufsleiterin bei Porsche Abu Dhabi, „auf eine Luxuslimousine von Porsche haben hier viele gewartet. Sportwagen und Geländewagen haben sowieso alle unserer Kunden – auch von anderen Marken.“ Derzeit kaufen in den Emiraten 60 Prozent aller Porsche-Kunden einen Cayenne – bevorzugt vom Typ Turbo und GTS. „Wenn der Panamera erst einmal eingeführt ist, erwarten wir eine Drittelung der Verkäufe aus Panamera, 911 und Cayenne“, berichtet Danielle Stanners weiter.

Ein Blick auf die Zulassungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigt, dass der Zuffenhausener Sportwagenhersteller seine Verkaufszahlen in den letzten Jahren mehr als verdoppeln konnte. Mit mehr als 3.600 Fahrzeugen im Jahre 2008 liegen die Schwaben sogar noch vor Firmen wie Peugeot, Audi oder Jeep. Betrachtet man die lokalen Volumenmarken, so hat der Weltmarktführer Toyota in den Emiraten fest die Hosen an. Mit knapp 80.000 verkauften Autos im vergangenen Jahr haben die Japaner exakt doppelt so viele Fahrzeuge verkauft wie Konkurrent Nissan auf Platz zwei.

Kopfschütteln über Mercedes-Taxis

Besonders Volumenmodelle wie ein Toyota Camry, Corolla, Yaris und Land Cruiser sind in der Wüstenregion ein Renner. Das ist kein Einzelfall. Die Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate stehen auf japanische Autos. Die Mischung aus günstigen Preisen und guter Qualität hat sich herumgesprochen. „Was soll man denn sonst fahren?“, fragt einer der zigtausend Taxifahrer im Zentrum von Dubai. Als er hört, dass der deutsche Taximarkt in Mercedes-Hand ist, schüttelt er nur den Kopf: „Das ist wirklich verrückt – auch AMG?“

In den Emiraten ist Mercedes nach wie vor die renommierteste Luxusmarke. Mit knapp 8.000 verkauften Fahrzeugen im letzten Jahr ist Mercedes nicht nur Nobelmarke Nummer eins, sondern auch der erfolgreichste deutsche Hersteller. BMW konnte immerhin knapp 7.000 Fahrzeuge veräußern. Am besten laufen die großen Modelle Mercedes S-Klasse, ML und der kantige G oder BMW 7er und der X5 – bevorzugt als AMG- und M-Versionen. Gut vertreten ist den Vereinigten Arabischen Emiraten der ins Stolpern geratene US-Konzern General Motors. Modelle wie Chevrolet Tahoe, Caprice, Lumina oder Equinox sieht man überall. 15.500 verkaufte Autos pro Jahr sichern den Amerikanern Platz sechs in der Zulassungsstatistik.

Doch nicht alle Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate wissen nicht wohin mit dem Geld. Immer mehr Einwohner beschweren sich über teure Autos und die in den letzten Jahren stark gestiegenen Taxi-Preise. Bisher waren Taxis in Dubai, Abu Dhabi und Bahrain die wichtigsten öffentlichen Verkehrsmittel. Seit kurzem verkehren zwischen den Hochhausvierteln die ersten Busse und die U-Bahn in Dubai ist bereits im Probebetrieb. So ändern sich auch in dem Vereinigten Arabischen Emiraten die Zeiten.

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