Auf den Straßen der Emirate
Fuhren die exklusivsten Autos der Welt vor Jahren allein in Beverly Hills, Monte Carlo oder London umher, so sind die spektakulärsten Nobelkarossen längst in den Vereinigten Arabischen Emiraten anzutreffen.
Ein güldener Rolls-Royce Phantom, der rote Ferrari Enzo, ein matter Lamborghini Reventon oder eine Heerschaar weißer Mercedes G-Klasse im AMG-Design - wer in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einem Auto heutzutage noch für Aufsehen sorgen will, hat es nicht leicht. Mit einer gewöhnlichen Mercedes S-Klasse, einem schwarzen Porsche 911 Turbo oder einem dunkelrot glitzerndem Maserati Quattroporte GTS ist es da längst nicht getan. Die stehen in Dubai, Abu Dhabi oder Bahrain an jeder Straßenecke.
So hat sich auch die Dubai Motorshow von einer einst belächelten Leistungsschau der lokalen Automobilwirtschaft zu einer der renommiertesten Automessen weltweit gemausert. Während in Detroit die Zähne klappern, in Frankfurt die Ökowelle für Verwirrung sorgt und selbst der Genfer Salon viel von seinem einstigen Exklusiv-Charme verloren hat, kann man in Dubai nur müde lächeln. Hier wird nicht nur gezeigt, hier wird geprotzt und verkauft. So ist es keine Seltenheit, dass auf der Messe ein paar exklusive Mercedes-SL-Versionen direkt vom Stand weg verkauft werden und auch ein Ferrari-Ausstellungsmodell die Halbwertszeit einer Eintagsfliege hat.
Es soll einfach das Beste sein
Der deutsche Edeltuner Brabus bringt in diesem Jahr allein zehn Neuheiten auf die Messe. Der Bottroper Maßschneider für exklusive Modelle der Marken Mercedes, Maybach, Smart, Jaguar und Range Rover hat die Emirate längst zu seinem Lieblingsmarkt auserkoren. Die Automesse mit 600 Ausstellern aus 21 Ländern auf einer Fläche von 50.000 Quadratmetern feiert in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag. Das Motto der 10. Auflage sagt alles: „bringing you the best the world has to offer“.
Mit noblen Fahrzeugen allein geben sich die Scheichs in dem nach wie vor aufstrebenden Wüstenstaat nicht zufrieden. Es soll schlicht das Beste sein. Dann kann man auch nichts falsch machen. Dieselversionen oder Elektromobile? Darüber kann man im Schatten des höchsten Hochhauses der Welt Burj Dubai nur schmunzeln. Einmal volltanken kostet umgerechnet nicht einmal 20 Euro.
Luxuswagen gehören zum Straßenbild
Was hierzulande an der innerstädtischen Ampel durchaus für Aufmerksamkeit sorgt, bringt in Dubai oder Abu Dhabi City niemanden dazu, überhaupt nur vom Bordstein aufzublicken. Porsche Panamera, Maserati GranTurismo, Lexus RX 570 oder Ferrari 430 Scuderia gehören ebenso zum Straßenbild wie die allgegenwärtigen beigen Toyota-Camry-Taxis oder Kleinlastwagen in heller Lackierung.
Die Zahl der Mercedes SL, BMW M5, Lexus LS 460, Audi A8 oder Range Rover vor den zahlreichen Nobelhotels ist ungezählt. Wenn man hier repräsentieren will, muss man schon einen der Handvoll produzierten Lamborghini Reventon oder einen Ferrari Enzo besitzen. Am Steuer hier wie da weiß gekleidete Scheichs, die teure Automobile seit Jahren zu ihren Lieblingsspielzeugen auserkoren haben.
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