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Auf Erprobungsfahrt mit dem Porsche Taycan

| Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Auf den Eisseen am Polarkreis, in der Gluthitze von Arizona und im Stau von Shanghai – überall dort hat Porsche den neuen Taycan schon getestet. Doch bevor das erste Elektroauto der Schwaben seine finale Freigabe bekommt, muss es sich erst noch in den Wäldern um Weissach bewähren.

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Der Taycan wird Porsches erstes reines Elektroauto.
Der Taycan wird Porsches erstes reines Elektroauto.
(Bild: Porsche)

Normalerweise gibt’s hier gewaltig was auf die Ohren. Denn wer zur rechten Zeit an der Hauptkreuzung in der Ortsmitte von Weissach steht, der bekommt die vielleicht verführerischsten Motoren zu hören, die die PS-Welt zu bieten hat. Schließlich liegt am Rand des beschaulichen Städtchens im Stuttgarter Umland das Porsche-Entwicklungszentrum und tagein tagaus müssen hier die Prototypen im Stop and Go vorbei. Und weil die Entwickler auch gerne hören, was sie da unter der Haube haben, geht es dabei bisweilen ganz schön laut zu.

Doch in letzter Zeit herrscht häufiger Ruhe an der Kreuzung. Nicht weil Porsche weniger Modelle entwickeln würde. Sondern weil sich immer öfter ein Auto in den Pulk der Prototypen mischt, das so gar nicht nach Porsche klingt, auch wenn es ganz danach aussieht. Denn in nicht einmal vier Monaten zieht der Sportwagenhersteller das Tuch vom Taycan, der als erster elektrischer Porsche der Neuzeit das Rennen mit Tesla & Co. aufnehmen soll.

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Und während sich die Fabrik am aufwändig umgebauten Stammsitz so langsam auf „Job1“ vorbereitet, sind Projektleiter Stefan Weckbach und seine Kollegen immer und immer wieder mit dem Wagen rund um Weissach unterwegs, um dem knapp fünf Meter langen Viertürer mit dem Platzangebot des Panamera und der Silhouette des Elfers den allerletzten Schliff zu geben.

Die Idee gibt es jetzt seit gut vier Jahren, seit Porsche auf der IAA 2015 mit der Studie „Mission E“ überrascht hat. Während der Vorstand den Wandel vom Saulus zum Paulus publikumswirksam inszeniert, ein Budget von sechs Milliarden Euro für die elektrische Revolution bereitstellt und bis 2025 jedes zweite Auto mit Stecker verkaufen will, sind Weckbachs Leute mit ihren Erlkönigen seit drei Jahren von einem Extrem ins andere gefahren: Wenige Kilometer vom Polarkreis entfernt beweisen die Vorserienfahrzeuge in Skandinavien ihr fahrdynamisches Potenzial auf Schnee und Eis.

Zeitgleich nutzen Porsche-Ingenieure den Sommer auf der Südhalbkugel. In Südafrika finden Performance-Tests sowie finale Abstimmungen zu Dauerleistung und Reproduzierbarkeit statt. In Dubai werden Heißland-Dauerläufe und das Laden der Batterie unter Extrembedingungen erprobt. Bei den umfangreichen, weltweiten Tests in insgesamt 30 Ländern herrschen Temperaturen von minus 35 bis plus 50 Grad Celsius und die Autos spulen über sechs Millionen Kilometer ab.

Der Taycan muss beweisen, dass er ein echter Porsche ist

Doch was wirklich zählt, das sind die Runden hier in den Wäldern von Weissach. Denn dass Elektroautos haltbar sind in jedem Klima, das ist keine Überraschung mehr. Auch daran, dass sie schnell sein können wie Rennwagen, haben wir uns längst gewöhnt. Und dass die Reichweite vor allem eine Frage der installierten Batteriekapazität ist, daran herrscht ebenfalls kein Zweifel mehr. So nimmt man den Schwaben auch ihre 500 NEFZ-Kilometer ab, die sie für die Variante mit dem größten Akku versprechen.

Aber hier auf den Landstraßen muss der Taycan beweisen, dass er ein waschechter Porsche ist. Nicht die Teslas waren deshalb das Vorbild für Weckbach, sondern Elfer und Panamera haben ihm die Richtung gewiesen.

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