Togg Aufbau der europäischen Import-Zentrale in Stuttgart

Autor Andreas Grimm

Das türkische Automobil-Start-up Togg hat seine Expansionspläne für Zentraleuropa bekräftigt. In Stuttgart entstehe ein Ableger des Herstellers. Wann die türkischen E-Mobile aber hierzulande verkauft werden, ist noch unklar.

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Der Togg-Vorstandschef Gürcan Karakas hat in Stuttgart die Gründung einer Importeursgesellschaft gestartet.
Der Togg-Vorstandschef Gürcan Karakas hat in Stuttgart die Gründung einer Importeursgesellschaft gestartet.
(Bild: Togg)

Togg macht in Deutschland Ernst. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, hat der Vorstandschef des türkischen E-Auto-Start-ups, Gürcan Karakas, in Stuttgart die Gründung der „Togg Europe GmbH“ beantragt. Mit diesem Schritt wolle der Hersteller auch in der Heimat der Verbrennerfahrzeuge angreifen.

Mehr noch: Nach der Firmengründung wolle Togg Europe ein Teil des Technologie-Hubs „de:hub“ werden. Dabei handelt es sich um ein Innovationsnetzwerk zwischen Start-ups und Unternehmen, das bereits in zwölf deutschen Städten geknüpft wurde. Gefördert wird der Austausch technologischer und wirtschaftlicher Kompetenz vom Bundeswirtschaftsministerium.

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Mit dem deutschen Markt kennt sich Karakas aus. Der 55-Jährige war 27 Jahre für Bosch tätig, zuletzt als Bereichsvorstand Electrical Drives, ehe er zu dem türkischen Start-up wechselte, das dem Vernehmen nach eine Herzensangelegenheit des türkischen Päsidenten Recep Tayyip Erdoğan ist. Dass Togg zunächst in Deutschland vermarktet werden soll, hatte Karakas bereits im Sommer 2020 erklärt. Danach sollten andere europäische Märkte wie Frankreich und Italien folgen.

Hinter Togg steht das türkische Industrieministerium und ein Firmenkonsortium, darunter der Mischkonzern Anadolu, der Telekomanbieter Turkcell und der Nutzfahrzeughersteller BMC. Gemeinsam haben sie dem Vernehmen nach bereits rund 22 Milliarden türkische Lira (rund 2,55 Milliarden Euro) in das Projekt investiert. Momentan sind rund 400 Ingenieure mit der Umsetzung des Projekts befasst.

Die Produktion von Togg wird in der westtürkischen Provinz Bursa aufgebaut. Mitte April hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ den Togg-Chef zitiert, die ersten Modelle sollten „Ende 2022, im letzten Quartal“ von den Bändern rollen. Die Elektroautos von Togg sollen je nach Modell und eingesetzter Batterie 300 bis über 500 Kilometer Reichweite mit einer Ladung ermöglichen. Die Fabrik in Bursa wird für eine jährliche Kapazität von 175.000 Fahrzeugen ausgelegt.

Den damalige Angaben zufolge soll der Verkauf dann erst in der Türkei starten, die geplante Expansion nach Zentraleuropa frühestens 2024 beginnen. „Die ersten 18 Monate werden wir im Land bleiben“, zitierte die „FAZ“ den Firmenchef.

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