Ausblick 2012: Fahren auf Sicht

Autor / Redakteur: Stephan Richter /

2012 wird ein schwieriges Jahr, wenn auch nicht unbedingt ein schlechtes – da ist sich die Branche einig. Um bei Bedarf schnell reagieren zu können, muss der Handel seine Kennzahlen und Vorgaben im Blick haben.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Hammer kreist, die Funken fliegen. Teile Europas stecken in der Krise. Wie ein Karosseriebauer entfachen Deutschlands Regierende immer neue Feuer, um das Metall in die gewünschte Richtung zu biegen. Es stehen jedoch viele Unfallwagen auf dem Hof der EU – unsanft von den Nachbarländern dort abgestellt. Die Schadengutachten weisen wirtschaftliche Totalschäden auf, keine Versicherung will zahlen und selbst die Fachleute sind damit überfordert, die Mängel auszubessern.

Den Autohandel in Deutschland kümmert das wenig. Hat er doch schon vor gut drei Jahren den hauseigenen Rettungsschirm aufgespannt und 2011 wieder behutsam für den Notfall verpackt: Prozessoptimierung lautete das Stichwort. Qualifiziertes Personal, flache Hierarchien, saubere Kostenstrukturen, aufgeräumte Fahrzeugbestände und durchdachte Investitionen. Vor jedem Hauptwort stand ein positiv belegtes Adjektiv, das den Betrieb für die Zukunft aufstellen sollte.

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„Alles bleibt wie es ist. 2012 festigt sich die Zahl von 3,1 Millionen Neuzulassungen – der Handel verkauft davon 2,1 Millionen. Von den 6,3 Millionen Besitzumschreibungen wird der Handel 52 Prozent tragen“, gibt sich Burkhard Weller, Präsident des Verbands der Toyota-Händler Deutschland, zuversichtlich.

Schwer zu prognostizieren

Johann Gesthuysen, Hauptgeschäftsführung Ford-Partner Verband e. V., lenkt hingegen ein: „Das Jahr 2012 ist schwer zu prognostizieren, da die Auswirkungen der Finanzkrise nicht absehbar sind. Insgesamt rechnen wir mit einem schwierigen Jahr und einem Rückgang des Neuwagenvertriebs um drei bis fünf Prozent gegenüber 2011.“

Unterm Strich steht aber ein positives Fazit der Händler zum abgelaufenen Jahr. Hat 2011 doch ein gutes Ergebnis zu bieten: „Grundsätzlich sind die Händler mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden. Sie haben sowohl mit Neuwagen als auch mit Gebrauchtwagen ein gutes Geschäft gemacht“, sagt Peter-J. Lorenzen, Vice President Dealer Sales Germany Autoscout 24. „Natürlich unterliegt das Geschäft Schwankungen, und ganz besonders in den ersten drei Quartalen haben wir häufig gehört, dass die Händler gerne mehr verkauft hätten, aber das Angebot an guten Gebrauchtwagen fehlte. Seit dem vierten Quartal stellen wir durch den engen Kontakt zu unseren Händlerkunden fest, dass das Gebrauchtwagengeschäft nicht mehr so einfach ist.“

Auf Seite 2: Wachstum geht 2012 leicht zurück

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