„Autoflatrate“: Peugeot bremst Sixt aus

Autor: Christoph Baeuchle

Der von Sixt und 1&1 angebotene Peugeot 208 ist vom Preis her nicht zu toppen. Entsprechend gut kommt er bei Kunden an. Doch wer den Peugeot will, muss lange warten – ganz anders im Handel.

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(Bild: Screenshot 1und1.de)

Wer einen günstigen Peugeot 208 von Sixt will, braucht Geduld. Wer heute sich für das Angebot entscheidet, muss mindestens bis Oktober auf sein Auto warten. Derzeit beträgt die Lieferzeit sieben bis acht Monate. Damit müssen die Kunden knapp dreimal so lange warten wie von Sixt ursprünglich angekündigt.

Ganz anders bei den Peugeot-Partnern: Je nach Ausstattung des Peugeot 208 liegt die Lieferzeit zwischen 7 und 13 Wochen, berichten Händler; eine solche Zeitspanne hatte auch Sixt angepeilt. Trotz mehrmaliger Nachfrage von »kfz-betrieb« wollte weder Peugeot Deutschland noch Sixt Leasing auf Fragen antworten. Von Sixt gab es lediglich ein pauschales schriftliches Feedback.

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Darin bestätigt das Unternehmen die langen Lieferzeiten und ergänzt: „Unabhängig davon ist das Interesse unserer Kunden ungebrochen.“ Doch die Erfahrung zeigt: Lange Wartezeiten schrecken Kunden ab; dies gilt insbesondere bei Kleinwagen.

Reaktionen im Netz bestätigen das: „Wie soll ich meine Mobilität zuverlässig planen, wenn ich nicht weiß, wann bzw. ob überhaupt das bestellte Fahrzeug geliefert werden kann“, schreibt ein Internetnutzer unter dem Pseudonym „Eugen“. Und weiter: „Für Peugeot und natürlich auch für Sixt ist das eine Blamage ersten Grades.“

Seit Ende Februar werden die französischen Kleinwagen quasi verramscht: Einen Peugeot 208 verleast Sixt im günstigsten Fall für 99 Euro pro Monat, inklusive Überführung, Versicherung, Steuern, Service und Anmeldung – ohne eine sonst beim Leasing oft übliche zusätzliche Anzahlung. Buchen kann der Kunde das Angebot auf der Website von 1&1, wenn er gleichzeitig einen Mobilfunkvertrag mit „All-Net-Flat“ abschließt.

Keine Höchstgrenze in den Verträgen

Die Beteiligten scheinen nicht mit der großen Resonanz auf das billige Angebot gerechnet zu haben. Nach unbestätigten Informationen aus Händlerkreisen sollen die Verträge von Sixt und Peugeot keine Höchstgrenze vorsehen. Das würde die langen Lieferzeiten und die großen Differenzen zwischen Sixt und Handel erklären.

Bei Händlern hat die Aktion schon für viel Ärger gesorgt. Inzwischen hat auch der Verband der Peugeot-Partner Deutschlands (VPPD) massive Kritik geübt. Man gehe davon aus, dass solche Aktionen künftig unterbleiben, heißt es von Seiten des VPPD. Und weiter heißt: „Wir zweifeln die Rechtmäßigkeit dieser Aktion ganz erheblich an. Sollte ein gleich gelagerter oder ein ähnlicher Fall in Zukunft erneut auftreten, wird der Verband umgehend alle in Betracht kommenden rechtlichen Maßnahmen ergreifen, um diese Aktion zu unterbinden.“

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 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände