Aventi ist insolvent
Die fränkische Auto-Handelsgruppe hat kurz vor Jahreswechsel Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen mit insgesamt zehn Standorten und einem Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro ist wegen massiver Umsatzeinbrüche in finanziell Schieflage geraten.
Schlechte Nachricht zum Jahresauftakt: Die fränkische Auto-Handelsgruppe Aventi Automobile AG (Ford, Opel, Renault/Dacia, Hyundai, Mitsubishi) hat kurz vor Jahreswechsel Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bamberg gestellt. Dies bestätigte Aventi-Geschäftsführer Marc Dotterweich am Montag gegenüber »kfz-betrieb«-ONLINE. Zugleich jedoch betonte Dotterweich: „Wir werden alles daran setzen, den Betrieb erfolgreich zu sanieren und den Fortbestand unseres Unternehmens zu sichern.“
Insolvenzverwalter sieht gute Rettungs-Chancen
Nach übereinstimmenden Berichten der „Nürnberger Nachrichten“ und des „Fränkischen Tag“ (Bamberg) wurde Joachim Exner von der Nürnberger Kanzlei Beck & Partner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Nach den Worten Exners hätten vor allem die derzeitige Absatzkrise und das Engagement von Aventi am Standort Nürnberg zur finanziellen Schieflage des Unternehmens geführt. Dennoch sehe der Insolvenzverwalter „insgesamt gute Chancen“, das Unternehmen mit Stammsitz im oberfränkischen Bamberg zu retten. Die Aventi-Gruppe gehört mit einem Jahresumsatz von rund 100 Millionen und 366 Mitarbeitern zu den Top-50-Autohändlern in Deutschland. Vertrieben werden unter anderem die Marken Ford, Opel, Renault/Dacia, Hyundai und Mitsubishi. Die Handelsgruppe hat insgesamt zehn Standorte unter anderem in Bamberg, Nürnberg, Lauf/Pegnitz, Kulmbach, Schwabach und Schweinfurt.
Hoffnung für 51 Mitarbeiter in Nürnberg
„Wir prüfen jetzt die Zahlen für jeden einzelnen Standort“, erklärte Exner. Danach werde für jedes Autohaus individuell entschieden, ob es eine Zukunft habe. Den 51 Mitarbeitern in Nürnberg bietet der Insolvenzverwalter mit dieser Aussage sogar einen kleinen Hoffnungsschimmer. Denn eigentlich hatte die Aventi-Geschäftsleitung die Schließung dieses Standortes bereits beschlossen, den Beschäftigten gekündigt. Exners Worten zufolge scheint nun jedoch eine Fortführung des Betriebs auch in Nürnberg zumindest nicht mehr völlig ausgeschlossen, auch wenn „die Zahlen schwierig“ seien. Auch was die Standorte Lauf und Schwabach angehe, zeigte sich der Insolvenzverwalter optimistisch.
Massiver Absatzeinbruch führt zur Pleite
Laut Exner hatte die Auto-Handelsgruppe Aventi in Folge der aktuellen Finanz- und Absatzkrise in den vergangenen Monaten „Umsatzeinbrüche von 20 bis 30 Prozent“ hinnehmen müssen, was letztlich zur Pleite geführt habe. „Zudem hatte man noch nicht ganz verdaut, dass vor einem Jahr die Marke Nissan als Vertriebspartner weggefallen ist“, so Exner weiter. Entscheidend für die Zukunft der Autohausgruppe werde nun sein, wie sich das allgemeine Konjunkturklima in den nächsten vier bis fünf Monaten entwickelt, so Exner. Er bestätigte, dass bei dem gegenwärtig „absolut schwierigen“ Marktumfeld Investoren natürlich nicht Schlange stehen würden. Das könne sich aber ändern. Der Geschäftsbetrieb werde bis auf Weiteres aufrechterhalten.
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