Rückruf Beim Ampera-E besteht weiterhin Brandgefahr

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Lena Sattler

Nachdem es auch nach dem Softwareupdate zu weiteren Brandfällen kam, muss der Opel Ampera-E doch in die Werkstatt. Bis die Batterien ausgetauscht sind, sollten Kunden sie nicht zu stark entladen.

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Noch gibt es keine genauen Angaben, aber in Deutschland sind wohl etwa 1.500 Ampera-E von dem Rückruf betroffen.
Noch gibt es keine genauen Angaben, aber in Deutschland sind wohl etwa 1.500 Ampera-E von dem Rückruf betroffen.
(Bild: Opel)

Opel wird für den Ampera-E eine neue Rückrufaktion wegen der Gefahr eines Batteriebrandes durchführen. Das kündigte ein Sprecher der Marke auf Anfrage von »kfz-betrieb« an, nachdem die ehemalige Opel-Mutter General Motors am Wochenende einen Rückruf für das baugleiche Elektromodell Chevrolet Volt vermeldet hatte.

Damit steht fest, dass die finale Abhilfemaßnahme ein Ersatz der defekten Batteriemodule sein wird. Ende 2020 war dies noch nicht so eindeutig kommuniziert worden. Die damals gestartete Aktion sah zunächst ein Softwareupdate und weitere Untersuchungen vor. In den Vereinigten Staaten hat es aber laut der dortigen Verkehrssicherheitsbehörde auch nach dieser Aktualisierung zwei weitere Brandfälle gegeben.

Zusammen mit dem Batterielieferanten LG habe man als Ursache das gleichzeitige Auftreten zweier Fertigungsfehler in derselben Batteriezelle identifiziert, erklärte der Opel-Sprecher. „Wir werden die entsprechenden Kunden benachrichtigen, sobald die entsprechenden Ersatzteile zur Verfügung stehen.“ Bis dahin sollten die Halter einige Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Dazu zählt die Einstellung eines bestimmten Betriebsmodus („Bergabfahrtreserve“ bei den Modelljahren 2017 und 2018 bzw. „Soll-Ladeniveau“ beim Modelljahr 2019), um den Ladezustands-Grenzwert auf 90 Prozent zu bringen.

Fahrzeug soll nach jeder Nutzung wieder aufgeladen werden

„Außerdem bitten wir die Kunden, wo möglich, das Entladen der Batterie auf weniger als 110 Kilometer Restreichweite zu vermeiden und ihr Fahrzeug nach jeder Nutzung wieder aufzuladen“, sagte der Sprecher. Zusätzlich sollen Kunden ihr Fahrzeug unmittelbar nach dem Ladevorgang weiterhin im Freien abstellen und nicht über Nacht unbeaufsichtigt aufladen. Jene Ampera-Fahrer, die das im vergangenen November angekündigte Softwareupdate noch nicht haben aufspielen lassen, sollten dies seinen Worten zufolge trotzdem noch nachholen. „Dieses garantiert eine bestmögliche Fehlererkennung im Hinblick auf Batteriefehler“, hieß es.

Angaben zum Aktionscode und dem Umfang der Maßnahme bei uns gab es noch nicht. Da der US-Rückruf erneut um die 50.000 Chevrolet Bolt umfasst, dürfte es auch bei uns wieder um die etwa 1.500 vom Kraftfahrt-Bundesamt registrierten Ampera-E gehen. Die Behörde nennt inzwischen zwei Rückrufcodes für weltweit knapp 10.000 Einheiten: „E202008501 (20-C-189)“ und „E202008500 (20-C-175)“. Die GM-Aktionen für den Bolt laufen unter den Kürzeln „N202311730“ (Softwareupdate) und „N212343880“ (Batterietausch).

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist