BMW-Chef Krüger wirft das Handtuch

Aufsichtsrat befasst sich am 18. Juli mit der Nachfolge

| Autor: Andreas Wehner

Harald Krüger
Harald Krüger (Bild: BMW)

Harald Krüger hört als BMW-Chef auf. Der Vorstandsvorsitzende habe den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehe, teilte der BMW am Freitag mit. Krügers Vertrag läuft im April 2020 aus. Der Aufsichtsrat werde sich am 18 Juli mit seiner Nachfolge befassen.

Krüger wolle mit dem Rückzug seiner drohenden Absetzung zuvorkommen, schreibt das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ unter Berufung auf Personen aus dem Umfeld des Managers. Er steht als Vorstandschef schon länger in der Kritik. Vor allem seine Strategie zur Elektromobilität halten Einige für mutlos. In seiner Amtszeit hat BMW außerdem die Führungsposition unter den Premiumherstellern an Mercedes verloren. Krüger hatte jedoch das Ziel ausgegeben, mit den weltweiten Verkäufen bis 2020 wieder an erster Stelle zu stehen. Auch in Sachen Elektromobilität hatte Krüger zuletzt aufs Tempo gedrückt.

So will BMW die Elektromobilität forcieren

So will BMW die Elektromobilität forcieren

25.06.19 - Der Münchner Autokonzern will 2021 doppelt so viele elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen wie 2019. Wie die Elektromobilität der Zukunft bei dem Autobauer aussieht, zeigen verschiedene Studien und Versuchsfahrzeuge. lesen

Zuletzt hatten ihn jedoch auch die Aktionäre kritisiert. BMW hatte im vergangenen Jahr seine Zielrendite im Automobilgeschäft nicht erreicht und wird den eigenen Prognosen zufolge auch in diesem Jahr die selbst gesteckten Erwartungen von acht bis zehn Prozent Marge nicht schaffen. Der Gewinn war zuletzt eingebrochen.

Krüger will sich „neu orientieren“

„Nach über zehn Jahren im Vorstand, davon mehr als vier Jahre als Vorstandschef der BMW Group, will ich mich nun beruflich neu orientieren“, sagte Krüger laut Mitteilung. Er hatte das Amt des Vorstandsvorsitzenden im Mai 2015 von Norbert Reithofer übernommen. Im Vorstand des Autobauers sitzt er seit Dezember 2008, zunächst als Personalchef, später als Chef von Mini, Rolls-Royce und BMW-Motorrad und anschließend als Produktionschef.

In der Presse werden zwei mögliche Nachfolger gehandelt. Mit Entwicklungschef Klaus Fröhlich hat jedoch einer der beiden genannten schon im nächsten Jahr die Altersgrenze von 60 Jahren erreicht, die für BMW-Vorstände gilt. Dass das Unternehmen diese Beschränkungen aufhebt, ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich. Auch als kurzfristiger Krisenmanager wäre Fröhlich denkbar. Als zweiter Kandidat kommt Produktionsvorstand Oliver Zipse in Frage. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ habe der 55-Jährige die „besten Aussichten auf den Vorstandsvorsitz“. Das will die Zeitung aus Konzernkreisen erfahren haben.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46010607 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Die großen Autohändler 2019: AVAG

Die großen Autohändler 2019: AVAG

In einem Jahr ohne spektakuläre Zukäufe hat sich die AVAG-Holding auf ihre Kernkompetenz fokussiert: Die Betriebe der Gruppe bei Detailverbesserungen zu unterstützen. Für 2020 plant die AVAG wegen unsicherer Rahmenbedingungen defensiv. lesen

Die großen Autohändler 2019: Beresa

Die großen Autohändler 2019: Beresa

Was hat ein Autohaus mit einem Flughafen gemein? Beide brauchen Platz. Bei beiden geht es um Speed. Kein Wunder also, dass Beresa in Münster einen Airport-Center für 20.000 Autos gebaut hat und nur 90 Minuten für eine Inspektion brauchen will. lesen