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BMW plant Onlineshop für Pkw auch in Deutschland

| Autor: Andreas Wehner

Wie schon die Briten sollen auch deutsche BMW-Kunden in Zukunft Neuwagen online kaufen können. Hersteller und Händlerverband diskutieren gerade die Umsetzung, sind sich jedoch einig, dass das Geschäft über die Autohäuser laufen muss.

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Künftig können BMW-Kunden in Großbritannien überall und jederzeit ein Auto kaufen. Der Autobauer startet ein Online-Vertriebsmodell.
Künftig können BMW-Kunden in Großbritannien überall und jederzeit ein Auto kaufen. Der Autobauer startet ein Online-Vertriebsmodell.
(Foto: BMW)

Seit Ende 2015 verkauft BMW zusammen mit seiner Handelsorganisation in Großbritannien Neuwagen online. Auch in Deutschland will der Hersteller einen Onlineshop für Pkw an den Start bringen. Einen Starttermin gibt es allerdings noch nicht.

„Technisch sind wir soweit, dass wir im nächsten Jahr starten können“, sagte Peter van Binsbergen, Leiter BMW Vertrieb Deutschland, im Interview mit »kfz-betrieb«. „Wir müssen allerdings noch einige Details klären und das Ganze mit dem Händlerverband besprechen. Wann es letztlich losgeht, entscheiden wir dann gemeinsam.“ Wie auch in Großbritannien, soll das Geschäft über die Händler laufen. „Direktvertrieb ist nicht unser Ziel“, betonte van Binsbergen.

Der Präsident des BMW-Händlerverbands, Peter Reisacher, bescheinigte dem Hersteller und dem Handel in dieser Sache „ein gutes gemeinsames Verständnis“. Beide Parteien seien sich einig, dass die Transaktion beim Handel bleiben müsse. Wichtig sei, dass der Kunde sich 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang informieren, Autos konfigurieren und mit der BMW-Organisation in Kontakt treten könne. Kaufen werden die meisten Kunden seiner Ansicht nach dennoch im Autohaus. „Unser Geschäft wird zu einem großen Teil physisch bleiben“, sagte Reisacher im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Die Erfahrungen aus Großbritannien bestätigen das. „Viele nutzen den Online-Chat, um sich zu informieren, kommen dann aber doch zur Probefahrt zum Händler und schließen den Verkauf auch dort ab. Die Leute, die tatsächlich online auf den 'Bestellen'-Knopf drücken, sind sehr wenige“, erläuterte van Binsbergen. Der Onlineshop sei in erster Linie ein Instrument zur Kontaktanbahnung für den Handel.

Auch im Aftersales stellt sich BMW gerade digital neu auf. Im November 2016 startete ein Onlineshop für Teile und Zubehör, über den Kunden Produkte direkt bei ihrem Händler vor Ort bestellen können. Nachdem zunächst noch ein paar Probleme ausgeräumt werden mussten, soll es mit der flächendeckenden Umsetzung bald losgehen. „Bis Ende des Jahres sollen 400 Betriebe daran teilnehmen. Die Zahl der Produkte soll dann von jetzt 20.000 auf 75.000 steigen“, kündigte van Binsbergen an.

Flächendeckend soll dann auch das neue Online-Terminvereinbarungssystem zum Einsatz kommen, mit dem die Kunden einen verbindlichen Servicetermin direkt im Internet buchen können. „Das werden bis zum Jahresende 85 bis 90 Prozent der Händler umgesetzt haben“, versprach van Binsbergen.

Interviews mit Peter van Binsbergen und Peter Reisacher lesen Sie in »kfz-betrieb« Ausgabe 14, die am 7. April erscheint. Für Abonnenten stehen zudem Langfassungen der Gespräche als Plus-Fachartikel online zur Verfügung.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«