BMW-Rhein übernimmt Auto Seifert
Ein vom Hersteller geforderter „immenser Investitionsdruck“ zwingt das unterfränkische Traditionsautohaus Seifert zum Zusammenschluss mit dem Platzhirsch BMW-Rhein.

Die Autohaus-Gruppe Rhein (BMW) mit Hauptsitz in Würzburg übernimmt zum 1. Januar die BMW-Autohäuser Seifert in Bad Neustadt und Bad Kissingen (Unterfranken). Wie die Online-Ausgabe der Würzburger „Main Post“ am Montag berichtete, sollen die gut 50 Beschäftigten beider Häuser ebenso übernommen werden wie der Firmenname.
Die beiden Betriebsstätten werden dem Bericht zufolge an Rhein verpachtet. Während sich Auto Seifert aus Bad Kissingen ganz zurückziehe, werde man die geschäftlichen Aktivitäten am Standort Bad Neustadt ganz auf den Vertrieb der Marke Hyundai konzentrieren, die dort in einem Nebenbetrieb präsent ist.
Die Gründe für den Zusammenschluss erklärte Geschäftsführer Frank Seifert gegenüber der Zeitung mit einem „immensen Investitionsdruck“. Rund 700.000 Euro hätte das Unternehmen den Angaben zufolge in seine beiden Standorte investieren müssen, um den Anforderungen der neuen Händlerverträge gerecht zu werden. Das sei für ein kleineres Unternehmen „wirtschaftlich nicht darstellbar“, sagte Seifert gegenüber der „Main-Post“. Da mache es Sinn, sich in größeren Einheiten zusammenzuschließen, um die Arbeitsplätze zu erhalten.
Rhein expandiert weiter
Die Rhein-Gruppe besitzt derzeit 14 Standorte in Süddeutschland. Zum 1. Oktober hatte das Unternehmen die beiden Standorte von BMW Wächter in Schweinfurt und Gerolzhofen eingegliedert. Mit den beiden neuen in den benachbarten Märkten Bad Neustadt und Bad Kissingen sind es dann 16. Mittelfristig plant Geschäftsführer Ralf Rhein den Neubau eines weiteren Autohauses in der Region. Drei unterfränkische Standorte stehen laut Zeitungsbericht zur Auswahl: Münnerstadt, Niederlauer und Salz. Eine endgültige Standort-Entscheidung soll im nächsten Jahr fallen. Der Bau des neuen Autohauses ist den Angaben zufolge für 2015 geplant.
Auto Seifert blickt laut Zeitungsbericht auf eine 80-jährige Firmentradition zurück. Gegründet wurde der Betrieb 1932 von Alex Seifert als Kohlenhandlung und Motorradwerkstatt. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss Seifert einen Händlervertrag für die Automarke NSU. 1984 übernahm die Familie den BMW-Standort in Bad Neustadt, im Jahr 2000 kam der Standort Bad Kissingen dazu.
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