BMW verhandelt über weichen Stellenabbau

Maßnahmenpaket für Juni angekündigt

| Autor: dpa

Der Münchner Automobilhersteller BMW investiert in den kommenden Jahren über 300 Millionen Euro in sein Leipziger Werk.
Der Münchner Automobilhersteller BMW investiert in den kommenden Jahren über 300 Millionen Euro in sein Leipziger Werk. (Bild: BMW)

Der Münchner Autobauer will Jobstreichungen im Konzern beschleunigen. Der Vorstand verhandelt mit dem Betriebsrat darüber, wie er ohne betriebsbedingte Kündigungen möglichst bald rund 6.000 der weltweit 126.000 Arbeitsplätze abbauen kann. Finanzvorstand Nicolas Peter sagte der DPA am Freitag auf Anfrage: „Die bisher getroffenen Entscheidungen reichen nicht aus, um die BMW Group bestmöglich durch diese enorm schwierige Situation zu steuern.“ Personalchefin Ilka Horstmeier sagte, neben dem Abbau von Zeit- und Urlaubskonten sowie Kurzarbeit „kommen wir nicht umhin, jetzt weitere Maßnahmen zu ergreifen“.

Geprüft werde, Mitarbeiter zwei oder drei Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter mit einer Abfindung früher in den Ruhestand zu schicken. Die rund 800 fertig werdenden Azubis sollen übernommen werden. Aber junge Mitarbeiter sollen sich für ein Studium oder eine Qualifizierung freistellen lassen können mit der Garantie, danach wieder bei BMW arbeiten zu können. Statt Urlaubsgeld soll es mehr Urlaubstage geben, 40-Stunden-Verträge auf 35 Stunden gekürzt werden. „Unser Ziel ist es, noch im Juni ein Paket zu verabschieden“, sagte Horstmeier.

Gewöhnlich verlassen jährlich etwa 5.000 Mitarbeiter den Autokonzern, die Hälfte davon geht in Rente. Eine Nachbesetzung frei werdender Stellen wird bereits in jedem Einzelfall geprüft. In der Rezession wechseln aber weniger Mitarbeiter zu anderen Unternehmen als in normalen Zeiten.

BMW rechnet im laufenden Quartal wie Volkswagen und Daimler mit Verlust. Der Absatz ist mau, die Werke arbeiten im Ein-Schicht-Betrieb. Vorstandschef Oliver Zipse hatte bei der Hauptversammlung Mitte Mai gesagt: „Die Prognosen für 2020 sind düster.“ BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch schloss bereits betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus.

Eine Betriebsvereinbarung garantiert jedem Mitarbeiter derzeit seinen Arbeitsplatz – aber nur, solange das Unternehmen einen Jahresgewinn erwirtschaftet.

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