Borgward will ab 2018 in Bremen Autos montieren

Autor Andreas Wehner

Der deutsch-chinesische Autobauer plant eine SKD-Produktion in der Hansestadt. Zunächst sollen dort jährlich 10.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Als erstes Modell will Borgward die Elektroversion des SUVs BX7 in Bremen zusammenbauen.

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Borgwards erstes Modell ist das Mittelklasse-SUV BX7. In Bremen soll die Elektroversion montiert werden.
Borgwards erstes Modell ist das Mittelklasse-SUV BX7. In Bremen soll die Elektroversion montiert werden.
(Foto: Borgward)

Der mit chinesischer Hilfe wiederbelebte Autobauer Borgward errichtet einen Produktionsstandort in Deutschland. Der Hersteller will Anfang 2017 in Bremen mit dem Bau eines Werks beginnen, 2018 sollen dort die ersten Autos vom Band laufen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Medien hatten bereits in der vergangenen Woche über das Vorhaben berichtet. Bis zu seiner Pleite im Jahr 1961 baute Borgward schon einmal Autos in der Hansestadt.

Der genaue Standort für die geplante Fabrik steht noch nicht fest. Die Entscheidung darüber soll laut Borgward jedoch in den nächsten Wochen fallen. Geplant ist eine sogenannte SKD-Produktion (semi knocked down), bei der vormontierte Fahrzeuge nur noch fertig zusammengebaut werden. Dazu soll die neue Fabrik eng mit dem zentralen Werk in Peking zusammenarbeiten.

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Als erstes Modell will Borgward in Bremen die rein elektrisch angetriebene Version des BX7 montieren lassen. Das Mittelklasse-SUV ist seit Juni in China als Benziner erhältlich. Weiter geplant ist die Fertigung der Elektro- und Plug-in-Hybrid-Modelle des kleineren SUVs BX5 sowie weiterer Baureihen.

Jahreskapazität: 10.000 Fahrzeuge

In der Anfangsphase sollen in Bremen 50 bis 100 Arbeitsplätze entstehen. Neben einer Fertigungshalle mit rund 10.000 Quadratmetern Grundfläche wird es laut Borgward-Chef Ulrich Walker ein ähnlich großes Freigelände geben. Die Jahreskapazität des Werks wird zunächst 10.000 Fahrzeuge betragen, soll bei Bedarf aber erhöht werden können. Die Anfangsinvestitionen belaufen sich nach Angaben von Borgward auf einen „zweistelligen Millionenbetrag“.

Die Marke Borgward hatte im vergangenen Jahr ihr Comeback gestartet. Mit Unterstützung des chinesischen Nutzfahrzeugbauers Foton hat der Autobauer im Juni in China mit dem Fahrzeugverkauf begonnen. Ab dem kommenden Jahr sollen auch in Deutschland Borgward-Autos auf den Markt kommen. Für das Mittelklasse-SUV BX7 liegen nach Borgward-Angaben in China bereits 15.000 Bestellungen vor. Als zweites Modell soll später soll der kleinere BX5 folgen.

Borgward schrieb zwischen 1924 und 1961 ein Stück deutsche Automobilgeschichte mit. Das Unternehmen beschäftigte in seiner Blütezeit 23.000 Menschen und war in den 50er Jahren zeitweise der drittgrößte Autobauer in Deutschland. Bekannt wurde das Unternehmen unter anderem durch Modelle wie Isabella, Arabella, Hansa 1500 und Hansa 2400. 1961 musste die Unternehmensgruppe – damals größter Arbeitgeber Bremens – nach öffentlich gewordenen finanziellen Schwierigkeiten Konkurs anmelden.

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