Branche geht gut gestimmt ins neue Jahr

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Wolfgang Michel

Nach der Erholung im vergangenen Quartal erwartet die Kfz-Branche für das laufende Jahr einen moderaten Aufschwung. »kfz-betrieb ONLINE« dokumentiert die Prognosen für Handel und Service.

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Was bringt das Jahr 2011? Die Geschäftsführer verschiedener Autohäuser geben ihre Einschätzungen gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« ab.
Was bringt das Jahr 2011? Die Geschäftsführer verschiedener Autohäuser geben ihre Einschätzungen gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« ab.
( Archiv: Vogel Business Media )

Für 2011 erwartet Stefan Quary eine „Fortschreibung der 2010er-Verhältnisse“. Jedoch schätzt der Geschäftsführer der Dürkop-Gruppe die Marktprognosen mit 3,1 Millionen Pkw-Neuzulassungen als zu optimistisch ein, „zumal das Jahr 2010 bereits von extremen Händlereigenzulassungen geprägt war.“ Bezüglich des Neuwagenabsatzes bilanziert Quary das vergangene Jahr „als nicht berauschend, aber akzeptabel.“

Ganz anders äußert er sich über das zurückliegende Gebrauchtwagen- und Servicegeschäft: „Ein phantastisches Jahr liegt hinter uns, wir haben Absatz und Ertrag deutlich gesteigert. Das Gebrauchtwagengeschäft war die entscheidende Säule unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Ebenso verlief das Servicegeschäft leicht über unseren Planung.“

Mehrmarken-Händlerkollege Stefan Zschernitz startet ebenfalls optimistisch ins neue Jahr. Denn auch im Autohaus Zschernitz verlief das Servicegeschäft (Umsatzplus von 20 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten recht erfolgreich. Die entscheidende Frage für den Geschäftsführer des Autohauses Zschernitz ist jedoch, „wie erfolgreich sich Hersteller wie Opel schlagen“.

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Herstellerrendite für den Handel

Erfreulich war für ihn, dass der Neuwagen-Auftragseingang im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 70 Prozent angestiegen ist. Dieses Ergebnis sei jedoch hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen sein Markenportfolio 2010 vergrößert hat. Leicht rückläufig stellte sich dennoch die Ertragssituation bei den Neuwagen dar. „Es wäre schön, wenn die Hersteller, die für sich eine Rendite von acht Prozent beanspruchen, diese auch nur ansatzweise dem Handel zugestehen würden.“

Mit rund 45.000 verkauften Neu- und Gebrauchtwagen gehört die Wellergruppe zu den ganz Großen der Branche. Auf die Frage, wie zufrieden er mit dem Neuwagenverkauf im vierten Quartal bzw. im Gesamtjahr 2010 war, antwortete Burkhard Weller: „Das vierte Quartal hatte 2007er Qualitäten, also `back to the roots´ bei allen unseren Fabrikaten – auch Toyota ist nicht mehr unter Wasser.“

Und das Gebrauchtwagengeschäft fasst der Firmenschef so zusammen: „Bewusst gesteuert war unser Absatz um etwa zehn Prozent rückläufig, der Ertrag dafür um mehr als 20 Prozent höher!“ Mit dem Servicegeschäft war Weller schon immer zufrieden. „Momentan festigt es sich auf gutem Niveau, Zuwächse bleiben allerdings aus.“

Ungesundes Rabattverhalten

Im vergangenen Jahr richtig Gas gegeben hat das Bochumer VW-Autohaus Wicke. Die Neuwagenverkäufer sahen sich zwar im letzten Quartal mit einem schwachen Oktober konfrontiert, es folgten aber ein guter November und Dezember. Die ursprünglich geplanten Absatzziele überschritt das Unternehmen im Jahr eins nach der Umweltprämie um stolze 30 Prozent. Nicht nachvollziehen kann Uwe Gehrmann das Rabattverhalten vieler Händlerkollegen: „Trotz sehr langer Lieferzeiten `verkaufen´ viele Händler die Neuwagen mit viel zu hohen Rabatten oder sie arbeiten mit verdeckten Preisnachlässen bei der Gebrauchtwagen-Inzahlungnahme.“

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Der Ertragssituation bei den Neuwagen gibt der Wicke-Prokurist im eigenen Haus die Note ausreichend. Er ist sich sicher, dass „der Neuwagenverkauf mit den neuen VW-Modellen im Jahr 2011 gut laufen wird.“ Das Ziel im Endkundengeschäft liegt bei rund 700 Einheiten. Die Verkaufsabteilung will er mit zwei Automobilkaufleuten verstärken.

Nicht nur auf der Ertragsseite verlief das Gebrauchtwagengeschäft des VW-Händlers im vergangenen Jahr erfreulich. Jedoch hat sich der Bestand aufgrund der Jahresziel-Einkaufsvereinbarungen erhöht. „Derzeit verzeichnen wir bei rund 150 Gebrauchten aber immer noch erfreuliche 69 Standtage“, sagt Gehrmann. Insgesamt verkaufte das Autohaus im vergangenen Jahr 770 Gebrauchte und lag damit rund 150 Einheiten über Plan.

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