Caroobi: „Wir spüren einen Riesenbedarf für unser Produkt“

Autor: Christoph Seyerlein

Caroobi war im Sommer 2017 groß in den Schlagzeilen, als BMW einen zweistelligen Millionenbetrag in das Ferndiagnose-Start-up investierte. Ein halbes Jahr später erzählen die Gründer Mark Michl und Nico Weiler, wie die Geschäfte laufen und welche Pläne sie haben.

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Die Köpfe hinter Caroobi: Nico Weiler (li.) und Mark Michl.
Die Köpfe hinter Caroobi: Nico Weiler (li.) und Mark Michl.
(Bild: Caroobi)

Im vergangenen Sommer hatte BMW in der Werkstattbranche für viel Aufsehen gesorgt. Die Nachricht, dass der Autobauer über seinen Risikokapitalfonds i-Ventures einen zweistelligen Millionenbetrag in das Start-up Caroobi investierte, schlug hohe Wellen. Zu unrealistisch erschien vielen der Ansatz der Gründer Mark Michl und Nico Weiler, Kunden, die nach einer Reparatur an ihrem Auto suchen, per Ferndiagnose an passende Werkstätten zu vermitteln.

Nun, rund ein halbes Jahr später, wollte »kfz-betrieb« von Michl und Weiler wissen, wie die Geschäfte laufen und was sich durch den Einstieg von BMW verändert hat. „Für uns hat sich seit dem Invest von BMW vor allem eines verändert: In der Branche kennt man uns jetzt. Trotzdem bleiben wir bei unserem Weg und schauen nicht nach links und rechts“, sagt Mark Michl.

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Den Gründern zufolge macht sich das gestiegene Interesse auch in Zahlen bemerkbar. Nachdem Caroobi im Sommer noch mit 400 freien Werkstätten in Deutschland zusammengearbeitet hat, ist das Netz mittlerweile auf rund 650 Betriebe gewachsen. „Und das, obwohl wir kein Marketing betreiben. Die Betriebe kommen von sich aus auf uns zu.“ Eines bleibt dabei unverändert: Caroobi arbeitet nach wie vor fast ausschließlich mit freien Werkstätten zusammen.

Auch die Caroobi-Zentrale in Berlin wird immer größer: „Mittlerweile haben wir knapp 100 Mitarbeiter und wachsen weiter“, sagt Nico Weiler. Und finanziell? „Wir haben unseren Umsatz 2017 fast verzehnfacht“, zeigen sich die Gründer stolz. Genaue Zahlen sind aus den beiden – wie bei Start-ups üblich – in dieser Hinsicht aber nicht herauszukitzeln.

Ein größeres Netz verlangt natürlich auch nach mehr Aufträgen. Die sind laut Michl und Weiler gegeben. Im Sommer hatten die Berliner angegeben, rund 2.000 Aufträge pro Monat zu vermitteln, mittlerweile habe sich die Zahl fast verdoppelt, sagen die Gründer.

„Service für Service“ im Aufbau

Einen Großteil des Geschäfts machen den Unternehmern zufolge nach wie vor Reparaturen aus. Luft nach oben gebe es in dem Bereich trotzdem. „Wir werden unser Reparatur-Portfolio ausbauen. Interessant ist aktuell vor allem alles, was mit der Mechanik und Elektronik des Autos zu tun hat“, so Michl.

Langfristig wollen aber auch die Gründer offenbar nicht komplett auf den Ferndiagnose-Ansatz bauen. „Wir bauen intern unsere Firma „Service für Service“ aus“, sagt Mark Michl. Beispielsweise bietet Caroobi Kunden mittlerweile Vor-Ort-Diagnosen in Partnerwerkstätten an – und das komplett kostenlos. Davon erhoffen sich die Gründer selbstredend Folgeaufträge. Anders wird sich dieses Modell auch nicht lange halten können. Wohl kaum ein Werkstattbetreiber wird dazu bereit sein, reihenweise Aufträge abzuarbeiten, ohne in der Folge daran zu verdienen.

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 Christoph Seyerlein

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Fachredakteur Next Mobility