Neuwagenkosten Chinesische E-Autos haben Preiskampf-Potenzial

Von sp-x 2 min Lesedauer

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In China fluten immer neue Hersteller den Markt, während etablierte E-Autobauer die Produktion noch weiter hochfahren. Die Folge ist ein harter Preiskampf, der mittelfristig auch die E-Auto-Kosten in Europa drücken dürfte.

Wieder eine China-Premiere (Archivbild): In China tobt ein Konkurrenz- und Preiskampf im E-Segment, der mittelfristig Europa erreichen wird.(Bild:  Grimm – VCG)
Wieder eine China-Premiere (Archivbild): In China tobt ein Konkurrenz- und Preiskampf im E-Segment, der mittelfristig Europa erreichen wird.
(Bild: Grimm – VCG)

Vergleichbare Elektroautos werden in Deutschland aktuell deutlich teurer angeboten als in China. Ein aktueller Netto-Preisvergleich des privaten Instituts Center Automotive Research (CAR) zeigt für 30 wichtige E-Modelle einen erheblichen Preisaufschlag für deutsche Käufer. Chinesische Batterieautos kosten hierzulande durchschnittlich mehr als das Doppelte (118 %) als in ihrem Heimatland. Teslas sind 23 Prozent teurer als in China, und die E-Autos europäischer Hersteller kommen auf einen Aufschlag von 28 Prozent.

Nach Einschätzung von CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer findet der Preiskampf um die Elektroautos im Moment fast ausschließlich auf dem mit Abstand größten Einzelmarkt China statt. Die 13 untersuchten Modelle chinesischer Hersteller würden dort zu einem kaum vorstellbaren Netto-Listenpreis von durchschnittlich knapp 15.000 Euro angeboten. Im Kampf um Größenvorteile bauten die Hersteller mit BYD an der Spitze gewaltige Produktionskapazitäten auf, die den Absatz- und Preisdruck weiter erhöhten.

Über Nacht werden die deutschen Autokäufer von den gigantischen Preis- und Kostenspielräumen allerdings nicht profitieren können, dämpft der langjährige Beobachter des automobilen Weltmarkts die Erwartungen. Neben den EU-Zöllen müssten die noch wenig etablierten China-Marken gewaltige Vertriebskosten schultern. Mittelfristig sei aber mit Änderungen zu rechnen. Doch die „Preisschranken lassen sich mittelfristig nicht aufrechterhalten“. Der große Exportdruck nage in den nächsten drei Jahren an den Preisen. Die Kosten für Elektroautos würden in den nächsten Jahren weiter nachgeben, sagte Dudenhöffer.

Wie deutsche Hersteller reagieren

Die deutschen Hersteller gehen den Preiskampf im chinesischen Markt nur teilweise mit. Während VW etwa beim ID.3 nur den halben Listenpreis aus Deutschland aufruft, verlangt BMW für einzelne Spitzenmodelle sogar mehr Geld als in der Heimat. Das Ergebnis ist laut CAR-Analyse das gleiche, nämlich geringe Stückzahlen. Ganz hinter sei der Hersteller Mercedes-Benz, der bis einschließlich Oktober nur knapp mehr als 8.000 E-Autos im riesigen chinesischen Markt verkauft hatte. Die Hoffnungen der Schwaben ruhen nun auf dem neuen, gerade gestarteten CLA.

„Wenn die deutschen Autobauer ihre schlechte Position im 10-Millionen-Produktionsstandort für Elektroautos verbessern wollen, brauchen sie eine klare, disruptive Kostenstrategie“, sagte Dudenhöffer. In der Strategie von VW und Audi, Autos für China in China zu entwickeln und zu bauen, sehe er einen spannenden Ansatz. In diesem Jahr sollen die ersten Modelle der Unyx-Reihe von VW starten. Die in Wolfsburg entwickelten ID-Modelle dürften dann Stück für Stück vom Markt verschwinden, erwartet der Branchenbeobachter.

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